In the Backcountry – Reisen abseits vom Massentourismus

Hellöle liebe Backpacker, Reiselustige und Freunde!

Überlaufene Hauptattraktionen und keine Möglichkeiten ein gutes Foto zu schießen, da jeder Versuch von unachtsamen Touristen zerstört wird. Boote auf denen man sich nicht frei bewegen kann, sondern man durch die Menge in eine Richtung gedrängt wird. Aussichtspunkte bei denen die einzige Aussicht aus Scharen von Touristen besteht. Wer kennt das nicht?

Wir wollen euch heute ein Alternative präsentieren, Neuseeland zu bereisen und das Abseits der Hauptwege und des Massentourismus.

Wir möchten euch mit in das Backcountry (Hinterland) nehmen. Hier gibt es unzählige Wanderwege und Möglichkeiten die Natur zu genießen. Es gibt so viele Wanderwege, besonders auf der Südinsel, die sich durch das Hinterland schlängeln und die einzigen Lebewesen, die ein Fotomotiv stören könnten, wären Kea (und die stören wirklich nur selten).

Wie sind wir darauf gekommen?

Naja, so wie bei vielen Backpackern stand es auf unserer Bucket-List einen Great-Walk zu wandern, und das haben wir schließlich auch getan. Der mehrtägige Abel-Tasman Coast Track kam in die engere Auswahl. Schon beim planen nervte uns die Tatsache, dass man den Wanderweg Wochen im voraus buchen muss, da sonst alle Campingplätze ausgebucht sind. Das hat leider nicht viel mit Spontanität zu tun…

Dennoch entschieden wir uns dafür den Weg zu laufen und ohne Frage war er wirklich schön! Was wir jedoch nicht mochten, waren die Menschenscharen die mit uns zusammen den Weg bestritten. Es waren einfach so viele Backpacker unterwegs und dadurch war der Weg extrem ausgetreten. Er war für unseren Geschmack einfach zu gut ausgebaut und es war keine Herausforderung diese mehrtägige Wanderung erfolgreich zu absolvieren. Es gab frisches Wasser an jeder Campsite, eine Toilette an jeder Campsite und noch dazu Kochbereiche an jeder Campsite. 😀 Somit hatte es für uns auch nichts damit zu tun seine Komfortzone zu verlassen. Versteht uns bitte nicht falsch, wir würden den Weg jederzeit wieder laufen, nur haben wir uns nach dem Great Walk dazu entschieden, bewusster zu reisen.

Zurück aus dem Abel-Tasman Nationalpark sahen wir in einer Touristeninformation ein Buch über Backcountry-Huts (Hütten im Hinterland von Neuseeland) und da hat es uns erwischt.

Wir sahen, dass über 900 Hütten mit unterschiedlichen Standards und Zeltmöglichkeiten entlang der zahlreichen Wanderwege zur Verfügung standen. Über 900 Hütten mitten im Hinterland von Neuseeland! Für uns klang es nach der perfekten Möglichkeit der Zivilisation zu entfliehen.

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Bealey-Spur-Hut im Arthurs Pass Nationalpark (basic)

Doch wie läuft das ganze ab? Wie, wo und wann muss ich das ganze buchen?

Um in einer solchen Hütten schlafen zu können benötigt ihr einen Hüttenpass.

Diesen Hüttenpass bekommt ihr in fast jeder Touristinfo und in jedem Büro des Department of Conversation. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder ihr kauft euch einen Pass, welcher 6 Monate (92 NZD)  oder 12 Monate (122 NZD)gültig ist. Mit diesen Pässen könnt ihr jederzeit in jeder Backcountry-Hut übernachten und das so oft ihr möchtet. Ausnahmen sind jedoch die Greatwalk-Hütten.

Möchtet ihr jedoch das ganze nur mal testen, dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit Pässe zu kaufen, die nur eine einmalige Gültigkeit haben. Kommen wir jetzt mal dazu wie viel Geld ihr einplanen müsst, um einmalig in einer Backcountry-Hütte zu übernachten.

Wie oben schon erwähnt, sind die Hütten nach unterschiedlichen Standards eingerichtet.

Basic Huts / Bivvies  (kostenlos)

Basic trifft es an dieser Stelle ganz gut. Man kann weitgehend im trockenen schlafen und hat meist eine Feuerstelle zur Verfügung. Ein Plumpsklo ist an dieser Stelle schon Luxus.

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Bealey-Spur-Hut im Arthurs Pass Nationalpark (basic)

Standard Huts ( Erwachsener 5 NZD, Kind 2,50 NZD)

Standardhütten dagegen bieten etwas mehr Komfort. Hier gibt es Toiletten, Matratzen und Öfen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit an Trinkwasser zu kommen, auch wenn es nicht immer aus einem Wasserhahn kommt 😉 (Wassertank oder Fluß).

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Hopeless-Hut im Nelson-Lakes Nationalpark (standard)

Serviced Huts  (Erwachsener 15 NZD, Kind 7,50 NZD)

Bei dieser Form von Hütten, mangelt es einem an so gut wie nichts. Es gibt saubere (long-drop) Toiletten, angeblich eine Dusche (davon haben wir nur noch keine gesehen 😀 ), die Möglichkeit zu kochen, gute Betten und die Möglichkeit seine Trinkwasservorräte aufzufüllen. Klingt gar nicht schlecht, oder?

Dann gäbe es natürlich noch die Great-Walk Huts. Um die soll es jetzt aber nicht gehen, ihr wollt euch ja abseits der ausgetretenen Wege bewegen. Vergleichen kann man sie jedoch ziemlich gut mit Serviced-Huts. Preislich wird es da jedoch um einiges teurer!

Soweit so gut, ihr habt jetzt also eure Hüttenpässe und wollt los?!

Hüttenromantik erleben?

Gut so!

Damit die Nacht dann aber nicht, zum Beispiel durch einen Schnarcher im Raum, zur schlimmsten eures Lebens wird, haben wir noch ein paar Tipps für euch!

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Hüttenromantik in der Hopeless-Hut

„WHAT TO BRING“ – EURE ERSTE NACHT IM BACKCOUNTRY

Dumme Frage, klar: Schlafsack, Kocher, Essen und genug Wasser. All das gehört quasi ins Handgepäck jedes Hüttenbesuchers. Darüber hinaus gibt es aber noch ein paar Kleinigkeiten die den Besuch einfach schöner machen.

Eine Kerze! Die meisten Hütten sind mit Kerzenhaltern ausgestattet, wenn ihr die Hüttenromantik also noch etwas aufleben lassen wollt, ist das ein absolutes must-take.

Oropax! Wie oben schon erwähnt. Wer kann nach einer schlaflosen Nacht schon fröhlich-munter weiterwandern?

Hüttenschuhe! Selbst wenn es nur ein einziges Paar für die ganze Familie ist um nachts zum Klo zu kommen. Die Wanderstiefel müssen nämlich an der Tür bleiben, und wer will nachts schon seine Stiefel binden?

Warme Klamotten für die Hütte! Wir haben es selbst erlebt. Wenn das Feuer erstmal erloschen ist, findet man sich oft schneller als gewünscht im warmen Schlafsack wieder.

Eine Isomatte! Es kommt immer wieder vor, dass alle Matratzen bereits besetzt sind und man mit dem Boden vorlieb nehmen muss.

Klopapier! Nicht in jeder Hütte gibt es welches.

Ein Kartenspiel! Wenn ihr noch eine freie Ecke im Rucksack habt.

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Ofen in der Hopeless-Hut

„LAST BUT NOT LEAST“ – EURE SICHERHEIT

In jeder Hütte gibt es ein Hüttenbuch, in das ihr euer Ankunftsdatum und euer Wanderziel angebt. Und wenn ihr einmal dabei seid, könnt ihr auch gleich ein paar unterhaltende Sätze für spätere Hüttengäste dalassen. 🙂

Die Hütten sind aus Holz und Holz brennt! Es ist bereits passiert, dass sich nachts Feuer ausgebreitet hat. Deshalb gilt: entweder bleibt das Feuer nachts aus oder einer hält Wache. Ähnlich ist das mit den Gaskochern & Kartuschen. Achtet drauf sie nur abseits von offenem Feuer zu verbinden und zu trennen.

Und eins noch: Neuseelands Flüsse schwellen gewöhnlich nach einem heftigem Regen schnell mal auf die fünffache Größe an und werden unpassierbar. Wer auf seiner Wanderung einen Fluss queren muss braucht also unbedingt eine Reserveration an Essen.

So dann kann es ja jetzt los gehen!

Zu guter letzt, genießt euren Trip und die Zeit in der Hütte.

Wer vor der Wanderung sehen möchte wie die Zielhütte aussehen wird, kann das hier tun. Dort findet ihr auch weitere Tipps sowie momentane Besonderheiten zu den Wegen.

Viel Spaß und „safe travels“!

Miri und Micha


Ein Gedanke zu “In the Backcountry – Reisen abseits vom Massentourismus

  1. Hey ihr beiden,

    schöner Artikel. Das Buch von dem ihr sprecht habe ich auch mehrmals in der Hand gehabt.
    Hab es leider dann doch nicht gekauft, hätte ich aber machen sollen.

    Neuseeland ist echt ein Traum was das wandern und die Infrastruktur mit Hütten angeht.

    Genießt eure Reise, LG Julian

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