Zu Fuß über die Alpen – Eine Alpenüberquerung auf dem L1

Miri und ich spielten schon vor Jahren mit dem Gedanken eine Alpenüberquerung zu machen. Damals empfanden wir selbst die Vorstellung auf dem E5 zu wandern als sehr abenteuerreich und besonders. Nachdem wir jedoch auf dem sehr selten begangenen und sehr anspruchsvollen Te Araroa in Neuseeland gewandert sind, war uns klar, dass wir unbedingt auf einem unbekannten Wanderweg laufen möchten. Damit fiel der stark überlaufene E5 natürlich raus. Nach ausführlicher Recherche haben wir uns schließlich für die Alpenüberquerung auf dem L1 entschieden. In diesem Artikel geben wir dir einen Überblick über diese geniale Alternative.

Allgemeine Informationen zu der Alpenüberquerung über den L1

Grundsätzlich ist der L1 kein durchgängig markierter Wanderweg. Er setzt sich aus einem Konstrukt einzelner Wanderwege zusammen und geht von Garmisch-Partenkirchen bis nach Brescia. Miri und ich sind jedoch nur bis nach Meran gewandert, wo auch die Alpenüberquerung über den E5 endet.

Hans Losse hat 1989 diesen Weg als Wanderweg zur Überquerung der Alpen gewählt. Eine Alpenüberquerung über den L1 verzichtet, im Gegensatz zum E5, auf die Nutzung von Lifte, Bussen und Straßen. Dieser Weg führt also tatsächlich zu Fuß über die Alpen.

Warum solltest du dich für die Alpenüberquerung auf dem L1 entscheiden?

Der L1 hat eine Gesamtlänge von ca. 400km und ist mit ca. 60.000 Höhenmetern ein sehr anspruchsvoller Fernwanderweg. Aus diesem Grund ist der Weg sehr selten begangen, wodurch man bei dieser Wanderung seine Ruhe hat und die Bergwelt um sich herum einfach genießen kann. Kein Anstehen um ein Bild mit einem Gipfelkreuz zu machen und kein ständiges Überholen oder überholt werden. Auf einer Alpenüberquerung über den L1 kann man die Alpen noch in ihrer natürlichen Schönheit bewundern.

Was unterscheidet eine Alpenüberquerung über den L1 von den Hauptpfaden?

Die Abgeschiedenheit haben wir bereits erwähnt. Weiterhin wanderst du nicht großteils durch Täler, sondern läufst wortwörtlich direkt über die Alpen. Der höchste Punkt der Tour liegt mit dem Seykogel auf 3360m, generell befindet man sich die meiste Zeit, insbesondere in den Hauptalpen, über 2000m.

Der L1 ist nichts für komplett unerfahrene Wanderer, da der technische Anspruch sehr hoch ist. Steile und ausgesetzte Abschnitte bestimmen dabei sehr viele Etappen, somit sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit obligat für diese Alpenüberquerung. Hinzu kommen einige Schneefelder und zwei spaltenlose Gletscher, welche überquert werden müssen. Dafür benötigst du während der Sommerzeit jedoch kein besonderes Equipment, sondern kannst den L1 auch so bewältigen.

Der konditionelle Anspruch der Alpenüberquerung über den L1 sollte dabei auch nicht vergessen werden. Sehr viele Höhenmeter und lange Tagesetappen können ziemlich hart werden.

Wer sich ein wenig vorbereitet, sich nicht maßlos überschätzt und die Wanderung gut plant, für den sollte die Alpenüberquerung über den L1 aber eine machbare Herausforderung sein.

Die Alpenüberquerung auf dem L1: Die Etappen auf einem Blick

Kommen wir jetzt einmal zu den Etappen unserer Alpenüberquerung. Leider weichen die letzten Tage etwas vom L1 ab, da wir aufgrund von Knieproblemen einer Wanderkameradin auf den weniger anspruchsvollen E5 zurückgreifen mussten.

EtappenDistanzDauerHier gehts zur Beschreibung
Zusammenfassung der 10 Etappen:181,5 km65 Stunden
Garmisch-Partenkirchen - Kreuzeckhaus6 km2,5 - 3 StundenHier gibt's mehr Infos!
Kreuzeckhaus - Knorrhütte16,5 km (normalerweise 15km)7 StundenHier gibt's mehr Infos!
Knorrhütte - Tillfußalm (inklusive Zugspitze)17,5 km (ohne Zugspitze 8 km)8 Stunden Hier gibt's mehr Infos!
Tillfußalm - Obermieming17,5 km6,5 StundenHier gibt's mehr Infos!
Obermieming - Dortmunder Hütte24 km8 StundenHier gibt's mehr Infos!
Dortmunder Hütte - Schweinfurter Hütte9,5 km4 StundenHier gibt's mehr Infos!
Schweinfurter Hütte - Amberger Hütte21 km7,5 StundenHier gibt's mehr Infos!
Amberger Hütte - Zwieselstein19,5km7,5 StundenHier gibt es mehr Infos!
Zwieselstein - Moos in Passeier21 km7 StundenHier gibt's mehr Infos!
Moos in Passeier nach Meran29 km6,5 StundenHier gibt's mehr Infos!

Wie fandet ihr die Alpenüberquerung über den L1?

Miri und ich fanden die Tage einfach unbeschreiblich schön. Die tägliche Abgeschiedenheit während der Wanderung hat uns stark an Neuseeland erinnert. Das einzige Probleme stellt die Tatsache da, dass die Alpen nicht wirklich für Selbstversorger und rein naturverbundene Wanderer ausgelegt sind. Es ist mehr auf Genusswandern ausgelegt oder darauf dreimal täglich teuer auf einer Berghütte zu essen, welche man möglichst schon Wochen im Voraus gebucht haben sollte. Mit der ursprünglichen Spontanität, Unbeschwertheit und Idee des Bergwanderns hat die Infratstruktur der Alpen nicht mehr viel gemeinsam. Dennoch kann man sich ein paar schöne und herausfordernde Tage machen.

Ob wir es wieder machen würden?

Definitiv! Dieses Mal würden wir jedoch bis nach Brescia durchwandern und ein Notbiwak dabei haben, um etwas unabhängiger wandern zu können, auch wenn man damit Strafen riskiert.

 

Hier kommst du zu den detaillierten Etappenbeschreibungen! 

In diesem Artikel erfährst du alles, was du zur Planung wissen solltest!

Alpenüberquerung L1 Planung
Planung einer Alpenüberquerung auf dem L1 – das gibt es zu beachten!
Timmelsjoch Alpenüberquerung
Die Etappen 9 & 10 der Alpenüberquerung von Garmisch – Partenkirchen nach Meran

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

[…] Hier haben wir einmal aufgelistet, in welchen Pensionen wir übernachtet haben und wie viel wir dafür bezahlen mussten. […]

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[…] weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine […]

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Der E5 kann auch einsam sein, wenn man zur richtigen Zeit losläuft. Ich bin Anfang Juni losgelaufen und habe eine alternativ E5 Route genommen. Hinzukommt, dass man dann an einem Werktag losgehen sollte, um Bergschulen aus dem Weg zu gehen. Wer diese Gesichtspunkte alle beachtet werden, dann kann auch der E5 einsam sein. Aber den L1 muss ich auch ausprobieren ! Danke für den Bericht!

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    Explore360Degrees
    25. März 2019 22:04

    Hey, das klingt interessant, danke für den Tipp :). Vielleicht werden wir das im kommenden Sommer mal ausprobieren!

    Antworten

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