Die Etappen 1 & 2 der Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran

Unser Weg zu Fuß über die Alpen –  Garmisch-Partenkirchen nach Meran.

Zehn Tage sind wir unterwegs gewesen um von Garmisch-Partenkirchen Meran zu erreichen. Als Route für unsere Alpenüberquerung nutzten wir Strecken des kaum bekannten L1. Unser Vorhaben: alle Busstrecken, Lifte und Straßen so gut wie nur möglich zu vermeiden.

Du weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine Etappen. Für alle die es genauer wissen möchten: ihr seid hier genau richtig!

Etappe 1: Von Garmisch – Partenkirchen zum Kreuzeckhaus

Okay wir stehen am Bahnhof und wissen erstmal gar nicht wohin. Typisch. Micha zückt sein Handy und schaltet maps.me ein. Ich gebe zu: wir sind echte Navigationslegasteniker.

Es geht los, vorbei am Olympiastadion, der Schwimmhalle entlang einer schmalen asphaltierten Straße. Weitere zehn Minuten später müssen wir uns aufgrund der Hitze das erste Mal umziehen. Ein Prozedere welches ab heute jeden Tag so ablaufen wird. Bald erreichen wir den Wald und laufen ab nun an nur noch aufwärts.

Eine halbe Stunde später hat Lina sich ihre erste Blase gelaufen. Zweifel kommen auf ob das mit dem Wandern wirklich eine gute Idee war. 😀 Naja, ernst gemeint ist das nicht: aber die Sonne brennt unerbittlich auf uns nieder und ich freue mich über jeden Schritt im Schatten. Beschweren wollen wir uns dennoch nicht. Seit wir vor zwei Wochen den spontanen Entschluss gefasst haben die Alpen auf alternativem Weg zu überqueren freuen wir uns unablässig. Jetzt sind wir endlich hier! Was gibt es besseres?

Kurze Zeit später, aber dennoch etwas erschöpft, erreichen wir die erste der zahlreichen DAV Hütten in welchen wir in den nächsten zwei Wochen übernachten werden. Das Kreuzeckhaus liegt direkt neben der gleichnamigen Seilbahn welche von Garmisch aus hier hoch fährt. Wir nehmen vier Betten im Matratzenlager und machen uns sogleich ans Kochen. Hungrig liebäugeln wir mit dem verlockenden Angebot uns einfach für 8 Euro einen österreichischen Kaiserschmarrn zu kaufen. Aber halt: wir sind doch gerne als Sparfüchse unterwegs. Wir begnügen uns mit einer Packung Instantnudeln und Schokolade.

Tag 1 der Alpenüberquerung in Bildern

Daten zur 1. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterkonditionelle / technischer SchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
6 Kilometer2 1/2 bis 3 Stundenaufwärts: ca. 900mleichtbreite Wege & Schotterstraßen

Die „L1“ Routenbeschreibung zum Nachwandern

Vom Bahnhof in Garmisch – Patenkirchen geht es vorbei am Olympiastadion und dem Alpspitz- Wellenbad immer Richtung Süden. Schon von hier kann man erkennen wo der Weg einen heute hinführt: immer bergauf. Weiter geht es entlang der Klammstraße (ein schmaler aber asphaltierter Weg). Immer weiter geradeaus folgt man den Weg, lässt die Pension „Hausberg“  & „Birchlerhof“ hinter sich und folgt den (etwas spärlich gesäten) Wegweisern Richtung Kreuzeck. Zahlreiche Weggabelungen ohne Beschilderung Richtung Kreuzeck lassen einen das ein oder andere Mal verwirrt auf die Karte oder das Handy schauen. Der Weg passiert zahlreiche weitere Hütten (in der Reihenfolge: Drehmöser 9 – Garmischer Haus – DAV Selbstversorgerhütte Trögelhütte). Wenig später erreicht man die Kreuzalm, von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zur DAV Hütte Kreuzeckhaus, welches direkt hinter der etwas höher gelegenen Seilbahn liegt.

Übernachtungsmöglichkeiten (in Reihenfolge nach Entfernung vom Startpunkt)

Garmischer Haus (Schirmbar)

Tel: +49 (0)608821/798 550 E-Mail: info@garmischerhaus.de

DAV Selbstversorgerhütte Trögelhütte

Tel. +49 89 551700-0 (Sektion München)

Kreuzalm

Telefon: +49 8821 / 3045 E-Mail: kreuzalm@web.de

DAV Kreuzeckhaus (hier haben wir übernachtet)

Telefon: +49 8821 2202 E-Mail: info@kreuzeckhaus.de

Plätze: 49 Zimmerplätze, 43 Plätze im Matrazenlager

Preise im Matrazenlager :

 DAV MitgliedNichtmitglied
ab 26 Jahren  10€20€
 zw. 19-25 Jahren 8€18€
zw. 7-18 Jahren5€15€

3D Ansicht

Alpenüberquerung L1 Garmisch-Partenkirchen zum Kreuzeckhaus

Start: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel

Etappe 2: Vom Kreuzeckhaus zur Knorrhütte

Highlight des Morgens: endlich mal wieder das Milchpulver zum Frühstück auspacken. Wir fühlen uns als wäre die Uhr zurückgedreht worden. Da kommen die Erinnerungen vom Te Araroa hoch.

Dann geht es los. Leider gestaltet sich die Wegfindung alles andere als leicht, angesichts der Tatsache, dass die Knorrhütte unser heutiges Tagesziel (da noch zu weit weg) wieder nicht ausgeschildert ist. Eine kleine Ewigkeit und einige unnötig gelaufene Meter später (Merke: vertraue lieber deinem GPS Gerät als hilfsbereiten Wanderern) haben wir dem richtigen Abzweig gefunden: er ist leider gesperrt. Wir nehmen den Umweg über den Hochalmweg, eine recht breite Schotterstraße welche sich aufgrund des monotonen Untergrunds und der Hitze schrecklich laufen lässt. Deutlich später als erwartet erreichen wir die Bockhütte und beschließen hier eine ausgiebige Pause einzulegen. Die Landschaft ist wunderschön und im Schatten der momentan leider geschlossenen Hütte bringt unserer Kocher etwas Tütensuppe zum kochen.

Erst viel später füllen wir unsere Wasserflaschen und Trinksysteme im Fluss auf welchem wir nun für die nächsten zwei Stunden flussaufwärts folgen werden. Als wir die Reintallagerhütte erreichen sind wir schon ordentlich erschöpft, doch der angstrengendste Abschnitt heute steht uns noch bevor. Zwar ist die Knorrhütte, unser heutiges Ziel, nur noch drei Kilometer entfernt, die auf den Wegweisern angegebene Zeit von etwa 2 1/2 bis 3 Stunden lässt das Ausmaß des kommenden Anstiegs allerdings nur erahnen.

Munter wandern wir von nun an, schwitzend und keuchend berauf, bis uns zwei ältere Damen entgegen kommen, die meine Großmütter sein könnten. Sie erzählen uns fröhlich über ihren Aufstieg auf die Zugspitze. Wundernd ob ich in diesem Alter später wohl auch noch auf Gipfel klettern werde wandere ich weiter, bis die Knorrhütte direkt über uns auftaucht.

Tag 2 der Alpenüberquerung in Bildern

Daten zur 2. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterkonditioneller / technischer SchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
16,5 km (normal 15km)7 Stunden (normal 6-6 1/2h)aufwärts: 1050m (normal 950 m)
abwärts: 630m (normal 530m)
Kreuzeckhaus -Reintallagerhütte: leicht, flach, gut zu laufen
Reintallagerhütte - Knorrhütte: konditionell anstrengend
bis zur Reintallagerhütte: gut erkennbarer ausgetretener Pfad, danach steil, Geröll, Weg nicht immer gut erkennbar aber ausgeschildert

Die „L1“ Routenbeschreibung zum Nachwandern

Vom Kreuzeckhaus startend folgt man dem Weg entlang des Kamms geradeaus. Nach etwa einem Kilometer führt einen die ursprüngliche Routenplanung weg von der Straße auf einen kleinen Trampelpfad welcher sich links von der Straße am Hang entlang schlängelt. Da dieser bei unserer Tour im Juni 2018 aufgrund von Steinschlägen gesperrt ist, bleiben wir auf dem Hochalmweg, einer verhältnismäßig gut ausgebauten Schotterstraße bis wir die Hochalm erreichen.

Von hier aus führt die Alternativroute weiter bergauf, man folgt dem gut ausgebauten Genusswanderweg entlang der Osterfelder – Abfahrt. Oben angekommen verläuft der Weg entlang der Bernstein – Abfahrt abwärts. Am Ende der Abfahrt stoßen wir wieder auf den ursprünglichen Weg. Unterhalb der Baumgrenze folgt man dem Weg Richtung Bockhütte, an welcher es sich lohnt eine Pause einzulegen. Zum Zeitpunkt unserer Wanderung war die Bockhütte allerdings nur Freitag bis Sonntag geöffnet, schöne Holzbänke im Schatten der Hütte sowie das kühle Wasser des Partnachs (Fluss) laden trotzdem zum verweilen ein.

Von hier aus geht es nun nur noch Flussaufwärts. Der Weg ist klar erkennbar und gut ausgeschildert. Nach weiteren zwei Stunden erreicht man die Reintalangerhütte. Hier verlässt der Weg den Fluss und schlängelt sich steil oder in zahlreichen Serpentinen aufwärts. Weitere 2 1/2 Stunden später erreicht man die Knorrhütte die sich direkt über einem erst kurz vor dem Erreichen zeigt.

Übernachtungsmöglichkeiten

Reintalangerhütte

Tel. Hütte (Mai–Okt.): +49 8821 7089743,

Tel. mobil (ggf. SMS schicken): +49 170 2088212

Web: https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/reintalangerhuette (Online Buchungssystem)

6 Matratzenlager (2 x 11 Plätze, 2 x 12 Plätze, 1 x 13 Plätze, 1 x 28 Plätze); 3 Zweibett-, 1 Dreibett-, 2 Vierbett- und 2 Fünfbettzimmer; Winterraum mit 18 Plätzen; gesamt: 132 Plätze (Hier sind die Tarife zu finden!)

Knorrhütte

Tel. Hütte +49 151 14443496

Web: http://www.davplus.de/knorrhuette (Online Buchungssystem)

84 Lagerplätze, 28 Zimmerplätze( Hier sind die Tarife zu finden!) In der Regel sehr voll Revervierung empfehlenswert!

Einkehrmöglichkeiten

Bockhütte

Keine Übernachtungsmöglichkeit!

Öffnungszeiten: während der Weidezeit von Ende Juni bis zum 2. Sonntag im September durchgehend geöffnet, in der Vor- & Nachsaison nur am Wochenende

3D – Ansicht

Alpenüberquerung L1 Kreuzeckhaus zur Knorrhütte

Start: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel

Aufstieg Alpen
Die Etappen 3 & 4 der L1 Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

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[…] Hier kommt ihr zu unserer ausführlichen Routenbeschreibung: Die Etappen 1 & 2 der Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran  […]

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