Die Etappen 3 & 4 der L1 Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran

Unser Weg zu Fuß über die Alpen –  Garmisch-Partenkirchen nach Meran.

Zehn Tage sind wir unterwegs gewesen um von Garmisch-Partenkirchen nach Meran zu wandern.  Dabei war uns eines besonders wichtig: abseits der touristischen Gegenden unterwegs zu sein. Ganz bewusst entschieden wir uns dabei gegen den E5 und entschieden uns für die fast komplett unbekannte Alpenüberquerung auf dem L1.

Du weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine Etappen.

Du bist auf der Suche nach Etappe 1 & 2 der Alpenüberquerung? Hier gelangst du zu den Etappen!

Etappe 3: Auf dem L1 von der Knorrhütte auf die Zugspitze und zur Tillfußalm

Es steht fest: ein Abstecher zur Zugspitze muss auf unserer Alpenüberquerung drin sein. Klar, mit dem Gedanken hatten wir schon einige Zeit geliebäugelt, aber trotzdem frage ich mich, ob unsere gestrige Begegnung mit den zwei älteren Damen nicht seinen Teil zu dieser Entscheidung beigetragen hat.

5:30 klingelt der Wecker. Eine unmenschliche Zeit aufzustehen, aber wir sind nicht die Ersten. Flink teilen wir unseren Tagesproviant und ein paar Wechselsachen auf zwei Rucksäcke auf, der Rest wird im Rucksacklager der Knorrhütte verstaut.

Schon sind wir unterwegs. Der Weg ist überraschend einfach zu laufen und deutlich ausgeschildert. Zügig kommen wir voran, immer weiter aufwärts in Richtung der schneebedeckten Gipfel. Bald sind erste Schneefelder zu queren und wir können die Kamera kaum aus der Hand legen. Es ist einfach wunderschön! An einer Seilbahnstation endet der Pfad, ein einzelner Wegweiser deutet nun Richtung Bergkamm. Das riesige Geröllfeld vor diesem sieht von hier unten ganz schön gefährlich aus. Wir fragen uns ob dies tatsächlich der richtige Weg ist, bis wir weiter oben eine kleine Gruppe Wanderer das Geröllfeld herunterschnitten sehen. Na dann mal los! Zügiger als gedacht, kommen wir vorwärts. Direkt oberhalb des Geröllfeldes beginnt ein zwar deutlich exponierter aber seilversicherter Abschnitt welcher uns direkt bis zum Plateau der Zugspitze bringt.

Oben angekommen trifft uns ein kleiner Schock: auf dem überfüllten Plateau angekommen, drängt sich genau vor uns eine Gruppe in Absatzschuhen an den Bratwurststand. Naja, das Gefühl gerade einen Gipfel bestiegen zu haben wird wohl auf sich warten lassen…

Ziemlich schnell denken wir wieder über unseren Abstieg nach: Micha und Lina wählen die Seilbahn (7€ p.P), Paula und ich steigen ab. Unten angekommen stellen wir beide amüsiert fest, dass unsere beiden etwas bequemeren Wanderfreunde noch immer oben in der Warteschlange stehen :D.

Zurück an der Knorrhütte führt der Weg bequem und eben bis zum Gatterl, hier ist Zeit für ein Grenzfoto! Auf kleinem Umweg über die Ehrwalder Alm erreichen wir bald die Tillfußalm, vorerst sind wir sogar die einzigen Gäste. Viel scheint hier nicht los zu sein, das hat aber auch seinen Preis. 25€ p.P im Schlaflager aber dafür mit einem rustikalem Frühstück (zwei Scheiben Brot plus Butter) und warmer Dusche finden wir aber trotzdem etwas viel.

Tag 3 der Alpenüberquerung auf dem L1 in Bildern

Daten zur Etappe

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegbeschaffenheit
17,5 km (ohne Zugspitze 8,5km)8 Stunden (inkl. Zugspitze)aufwärts: 1310
abwärts: 1961m
Zugspitze: anfänglich leicht, dann schwierig, exponiert, Geröllfeld lose, absolute Trittsicherheit & Schwindelfreiheit erforderlich
Knorrhütte - Tillfußalm: anfänglich leicht, danach etwas exponiert, 20m seilversicherter Steig
grundsätzlich gut ausgetretene, ausreichend markierte Wege, Ausnahme: Aufstieg auf Zugspitze über Geröllfeld, Zugspitze: gesicherter Steig

Die Routenbeschreibung zum Nachwandern

Der Weg von der Knorrhütte zur Zugspitze und zurück zur Knorrhütte ist perfekt beschildert und in insgesamt 5 – 6 Stunden machbar. Leider gleicht der Weg dorthin in der Hauptsaison meist einer kleinen Ameisenstraße aus Wanderern, sodass es sich lohnen kann sehr früh aufzubrechen. Schwere Ausrüstungsgegenstände welche nicht benötigt werden, können für diesen Abstecher bedenkenlos im Rucksacklager der Knorrhütte verstaut werden.

An der Knorrhütte startend führt ein Trampelpfad parallel zum Bergkamm (in welchem auch die Zugspitze liegt) aufwärts. Selbst im Sommer sind dabei zahlreiche Schneefelder zu überqueren, welche aber absolut kein Problem darstellen. Besonderes Equipment wird nicht benötigt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde sieht man mehrere Lifte und Bahnen, unter anderem die Gletscherbahn welche auf die Zugspitze fährt.  Den winterlichen Trubel welche diese mit sich bringen kann man zu in dieser Jahreszeit nur erahnen.

Nach etwa anderthalb Stunden steht man am Fuße der Zugspitze und kann (solange die Sicht es zulässt) einen Blick nach oben wagen. Ein Wegweiser zeigt auf ein von unten sehr steil erscheinendes Geröllfeld, sodass klar ist wohin es geht: ab nun immer steil bergauf. Das Geröllfeld ist trotz der Steigung gut machbar, Wanderstöcke sind hier eine große Hilfe, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist ein Muss! Wem der Anblick des Geröllfeldes schon genügt, kann auf die Bahn zur Zugspitze zurückgreifen, welche auch im Sommer geöffnet hat und zahlreiche Wanderer entspannt zum Gipfel bringt.

Hat man das Geröllfeld hinter sich gelassen, ist der technisch schwierigste Teil der Wanderung schon geschafft. Ab jetzt geht ein schmaler jedoch seilversicherter Steig bis zum Plateau auf der Zugspitze.

Nach einer kurzen Pause und einem Schock (über reichlich Touristen in Absatzschuhen auf dem Plateau) nimmt man den selben Eeg wieder zurück. Dafür kann man durchaus etwas weniger Zeit einplanen.

Von der Knorrhütte folgt man nun der Beschilderung Richtung „Gatterl“, ein Trampelpfad leitet die Wanderer auf die andere Talseite. Der Weg verläuft eben und gut erkennbar, sodass man schon nach etwa einer dreiviertel Stunde das sogenannte Gatterl, die Grenze zu Österreich erreicht. Der Pfad ist hier etwas exponierter, aber grundsätzlich leicht zu laufen (Schwindelfreiheit & Trittsicherheit vorausgesetzt). Direkt hinter dem Grenzzaun findet man für wenige Meter einen gesicherten Steig der insbesondere für kleinere Menschen etwas Kletterei bedeutet.

An einem Wegweiser trennen sich nun die Wege, der L1 verläuft Richtung “Steinernes Hütt”l, fast alle Wanderer wählen jedoch den Abstieg zur Ehrwalder Alm.

Wir wählten hier die bequemere aber etwas längere Variante über die Alm und folgten,  dort angekommen, einem Forstweg durch das Tal bis linker Hand die Tillfußalm ausgeschildert ist.

Übernachtungsmöglichkeiten (in der Reihenfolge nach Entfernung vom Startpunkt)

Steinernes Hüttl

Tel: +43 680 5033566

10 Lagerplätze

Tillfußalm

Tel: +43 5214 6297 Mail: info@tillfussalm.at Facebook: https://www.facebook.com/Tillfussalm/

witterungsbedingt geöffnet von Mai bis Oktober, 8 Lagerplätze, 25€ p.P im Lager

Gaistalalm

10min Fußweg von der Tillfußalm Tel.: 0043 (0) 5214 5190

geöffnet von Mitte Mai bis Oktober, 15 Lagerplätze

3D Ansicht

L1 Alpenüberquerung Knorrhütte zur Tilfußalm

(Startpunkt: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel, B:Seilbahn Zugspitze & Zugspitze)

Etappe 4: Auf dem L1 von der Tillfußalm nach Obermieming

Die Wirtin deutet mit dem Finger auf die Gebirgskette: ” Wir werden euch heute den ganzen Tag zuschauen können” meint sie, und verabschiedet sich von uns. Tatsächlich ist die “Niedere Munde” über welche wir heute nach Obermieming wandern werden nicht zu übersehen.

Stetig aber konstant wandern wir aufwärts, und die “Niedere Munde” ist zügig erreicht. Wow, was für ein Wahnsinns – Blick! Gespannt schauen wir ins Tal und machen Obermieming aus. Von ihr oben sieht es auch gar nicht mehr weit aus. Auch Marko treffen wir hier oben, ein Wanderer welcher gestern spät abends die Tillfußalm erreicht hatte. Auch er wandert auf dem L1 und wir entschließen uns von nun an gemeinsam weiter zu gehen. Die neue Gesellschaft tut gut, es gibt viel zu erzählen, und die Zeit verfliegt. Kurze Zeit später legen wir eine Pause an der neuen Alplhütte ein und picknicken im Gras.

Von hier ist es nicht mehr weit bis ins Tal, und ein gut ausgebauter und aber besuchter Weg leitet uns ins Tal. Obwohl die ursprüngliche Routenführung die Unterbringung in Untermieming vorsieht, werden wir in Obermieming bleiben. Micha hat nach langer Telefoniererrei, dort die Pension Sonnenhof ausfindet gemacht, welche uns für 35€ p.P in Doppelzimmern unterbringen wird. Ein wahrer Glücksgriff, die Pension ist schön und die Wirtin unglaublich freundlich.

Tag 4 der Alpenüberquerung auf dem L1 in Bildern

Daten zur Etappe

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
17,5 Kilometer6,5 Stundenaufwärts: 1050m
abwärts: 1580m
Aufstieg mit guter Grundfitness gut machbar, Abstieg sanft & gut ausgebautPfad, Wege sind durchgehend markiert

Die Routenbeschreibung zum Nachwandern

Zurück auf dem Forstweg nimmt man die Brücke über die Leutascher Ache. Blickt man von hier aus nach oben sieht man schon jetzt den Sattel, die „Niedere Munde“ auf welchem man in das Inntal kommt. Ab hier geht es nur noch bergauf, erst über Wiesen später auf Serpentinen aufwärts.

Oben angekommen bietet sich für alle Wanderer mit Zelt die optimale Gelegenheit das Zelt aufzuschlagen. Nach einem kurzen Abstieg verläuft der Weg nun größtenteils parallel zum Berg bis man die Neue Alplhütte erreicht.

Wer hier nicht einkehrt, hat es schwer den weiteren Wegverlauf zu erkennen, da dieser sich hinter der Alphütte versteckt. Die Wegführung schickt einen über die Terrasse der Alplhütte nun weiter abwärts Richtung Inntal. Zügig erreicht man Wildermieming. Ab hier sind die umliegenden Orte sehr gut ausgeschildert.

Vorbei an zahlreichen, meist kostspieligen Pensionen und Hotels läuft man durch Affenhausen bis nach Obermieming noch etwa eine halbe Stunde. Empfehlen können wir dort die Pension „Sonnenhof“ welche für freundliche “low-budget” Wanderer einen sehr fairen Sonderpreis von ca. 35€ p.P verlangt.

Übernachtungsmöglichkeiten (in der Reihenfolge nach Entfernung vom Startpunkt)

Neue Alplhütte

Tel.: +43 5264 20720 oder  +43 676 7209100 Mail: info@alplhuette.com Web: http://www.alplhuette.com

geöffnet von Mai bis November, 21 Übernachtungsplätze

Unterkünfte in Wildermieming
  • Adlerhof am Sonnenplateau
  • Landhotel Jäger
  • Aktiv – Hotel Traube
Unterkünfte in Obermieming

Adresse: Obermieming 130, A-6414 Mieming  Tel.: +43 5264 5316  Mail: info@sonnenhof-mieming.atdurchgehend geöffnet, ca. 35€ pro Person inkl. Frühstück (schönste Unterkunft auf unserer Alpenüberquerung!)

  • Gasthof Post
  • Gästehaus Sonnweber
  • Pension Seelos
  • Bauernhof Gehirn
  • Haus Sonnenschein

Unterkünfte in Untermieming

  • Gasthof Neuwirt (40€ p.P im Doppelzimmer, inkl. Frühstück)
  • Gasthof Stiegl

Einkaufsmöglichkeiten

  • SPAR Obermieming (geöffnet Mo-Fr 7:30-18-30, Sa: 7:30-16:30, groß genug um Lebensmittelvorräte bis zum nächsten Ort aufzufüllen)
  • M-Preis Obermieming (geöffnet Mo-Fr 8-19, Sa 8-18, größer aber weiter außerhalb gelegen)
  • Sonnen-Apotheke Obermieming (Mo-Fr 8:00–12:30 & 14:30–19:00, Sa 8-12)

3D Ansicht

L1 Alpenüberquerung Tillfußalm bis Obermieming

(Startpunkt: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel)

Hier gehts weiter zur nächsten Etappe unserer Alpenüberquerung auf dem L1!

Mittagspause Bild Alpen
Die Etappen 1 & 2 der Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran
Kosten Alpenüberquerung L1
Was kostet eine Alpenüberquerung auf dem L1?

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