Die Etappen 9 & 10 der Alpenüberquerung von Garmisch – Partenkirchen nach Meran

Unser Weg zu Fuß über die Alpen –  Garmisch-Partenkirchen nach Meran.

Zehn Tage sind wir unterwegs gewesen um von Garmisch-Partenkirchen nach Meran zu wandern.  Dabei war uns eines besonders wichtig: abseits der touristischen Gegenden unterwegs zu sein. Ganz bewusst entschieden wir uns für die fast gänzlich unbekannte Alpenüberquerung auf dem L1.

Du weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine Etappen.

Du bist auf der Suche nach Etappe 7 & 8  der Alpenüberquerung? Über diesen Link kommst du zu den gewünschten Etappenen!

Etappe 9: Auf dem E5 von Zwieselstein nach Moos in Passeier

Unsere ursprüngliche Planung auf dem L1 über die Martin-Busch Hütte und die Schöne Aussicht Hütte nach Meran zu wandern haben wir heute morgen einfach mal über Bord geworfen: Wieso? Knieprobleme in der Gruppe sind das eine vielleicht noch Verkraftbare, aber dazu kommt: ALLE Hütten auf der Route sind AUSGEBUCHT! Hätten wir bloß mal weiter im Voraus gebucht… (an dieser Stelle: macht nicht den selben Fehler wie wir, bucht im Voraus!)

Etwas schlechte Laune, Verzweiflung und Recherche später haben wir eine Alternative gefunden: Wir werden auf dem E5 von hier in Zwieselstein nach Moos in Passeier wandern und von dort am darauffolgenden Tag einem anderen Weg durch die Passerschlucht nach Meran folgen. Klar, nicht so spektakulär vielleicht wie die Originalroute des L1 über den Saykogel Gletscher, aber eine direktere und einfachere Strecke. Gut für den kniegeschädigten Teil unserer Wandergruppe.

Von der DAV Talhütte in Zwieselstein folgen wir also der E5 Beschilderung Richtung Timmelsjoch. Richtig ungewohnt diese übervorsichtige Beschilderung an jeder Ecke. Tatsächlich treffen wir auf dem Weg nach oben jedoch nicht mehr oder weniger Menschen als zuvor auf dem L1. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der E5 sich in Zwieselstein in zwei Wegverläufe aufteilt und der Großteil der E5 – Wanderer über die Martin-Busch Hütte geht. Diese Tatsache, dass sich da der E5 und der L1 treffen ist übrigens auch der Grund für die dort ständig ausgebuchten Hütten. Tja, hätten wir das mal vorher gewusst. Was solls, nun ist es ja nicht mehr zu ändern.

Der Weg zum Timmelsjoch schlängelt sich erst durch Wald dann über Wiesen ständig parallel zur Hochalpenstraße bergauf. Oben angekommen sind wir komplett durchgeschwitzt und es weht ein eisiger Wind. An der kleinen Steinhütte finden wir einen geeigneten Windschutz und legen eine kleine Pause ein. Schön hier oben.

Von nun an geht es zunächst etwas steil, dann sanfter bergab. Das Tal verläuft parallel zum dem, durch welches die Straße führt und wir sind zum ersten mal wieder völlig abgeschieden vom touristischen Trubel des Timmelsjochs.

Bald öffnet sich das Tal und wir blicken von oben auf die Timmelsjochstraße hinab, welche wir kurz darauf kreuzen. Von nun an führt der Weg gemütlich über private Grundstücke und bewirtschaftete Wiesen. Mit Erstaunen bewundern wir die Südtiroler Bauern welche per Hand das Heu an den steilen Hängen wenden.

Von hier ist Moos in Passeier nicht mehr weit. Wir folgen kurze Zeit einer kaum befahrenen Straße bis unser Weg wieder ins Gebüsch abbiegt. Dem Passer (Fluss) das Tal abwärts folgend, kreuzen immer wieder mit Kies und Sand beladene LKWs unseren Weg: An der anderen Uferseite befindet sich ein Abbaugebiet, kaum zu übersehen an den großen gerodeten Flächen, Kieshaufen und gesprengten Steilhängen. Der Kontrast zu den menschenleeren Gebieten und unberührten Natur ist einfach enorm.

Wir fragen uns, ob uns das Anbaugebiet wohl auch so hässlich in Erinnerung bleiben würde wenn wir nicht einige Tage in unberührter Natur verbracht hätten?

Daten zur 9. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
21 Kilometer7 Stundenaufwärts: 1000m
abwärts: 1470m
leichte aber lange Etappe, relativ langer aber mäßiger Anstieg zum Timmelsjochdurchgehend sehr gut markierter Pfad

Die Routenbeschreibung zum Nachwandern

Von Zwieselstein aus folgt man der Hauptstraße wenige Meter nach Süden und biegt dann in den Hochstattweg ab. Der Forstweg führt einen zunächst durch Wald später über Weideflächen zügig bergauf, bis er in einen Trampelpfad übergeht. Den Wechsel vom L1 zum E5 ist deutlich: der Weg ist penibel beschildert und unmöglich zu verfehlen. Zweimal kreuzt der Weg die Hochalpenstraße, dann führt er oberhalb der Passstraße stetig bergauf. Schneller als erwartet erreicht man nach 2 1/2 Stunden das Timmelsjoch. Hier verlässt der Weg die Straße und führt nun auf italienischer Seite in einem unberührten Tal abwärts bis die Hochalpenstraße erneut gequert werden muss.

Von nun an ist der Weg leicht und schnellläufig, über Weideflächen und private Höfe folgt man der E5 Beschilderung Richtung Rabenstein. Es folgen einige Kilometer an einer kaum befahrenen Straße entlang, bis der Weg auf den parallel verlaufenden Forstweg entlang des Passers (Fluss) wechselt. Zwischen zahlreichen Kiesabbaugruben und Wasserkraftanlagen folgt man dem Fluss abwärts, zum schönsten Teil der Wanderung gehört dieser Abschnitt leider nicht. Bald erreicht man Moos am Passeier.

Für Low-Budget Wanderer empfiehlt sich hier die Pension Café Maria welche ein unschlagbares Angebot für 29 € p.P inkl. Frühstück bietet.

Übernachtungsmöglichkeiten in Moos in Passeier

Café Maria (hier haben wir übernachtet – unsere Empfehlung!)

Adresse: Dorf 45, 39013 Moos in Passeier, Tel.: Tel. +39 / 0473 643 563

Preis 27-31€ p.P inkl. Frühstück

Mooserwirt

Adresse: Dorf 10, 39013 Moos in Passeier  Tel.: +39 348 937 7649  Mail:  info@mooserwirt.it

Preise: ca. 25€ p.P (Zimmerlager) ca. 30€ p.P (inkl. Frühstück)

Gasthof Lanthaler

Adresse: Dorf 35, 39013 Moos in Passeier  Tel.: +39 0473 643577  Mail: lanthaler.j@rolmail.net

Preise: zwischen 32-35€ p.P

Einkaufsmöglichkeiten

  • Supermarkt: DeSPAR (Dorf 12, 39013 Moos in Passeier, geöffnet: Mo-Fr: 07:45-13:00 & 15:00-19:00 & Sa: 07:45-13:00 & 15:00-18:00)
  • Apotheke: Ram Apotheke (Moos in Passeier Tel.: +39 0473 643508)

Was gibts in Moos in Passeier zu sehen?

  • Bunker Museum (Adresse:  Dorf 29a, 39013 Moos in Passeier, Öffnungszeiten: Di-So: 10-18 Uhr)

3D Ansicht des Aufstiegs zum Timmelsjoch

Alpenüberquerung Karte: Zwieselstein / Sölden zum Timmelsjoch

Zwieselstein: rote Stecknadel

Etappe 10: Durch das Passertal von Moos in Passeier nach Meran

Bei einem leckerem Frühstück im Café Maria schauen wir uns erstmalig den heutigen Streckenverlauf der Alpenüberquerung an. Den E5 werden wir heute wieder verlassen und entlang des Passers, 29 Kilometer bis nach Meran laufen. Der Besitzer des Hotels spricht uns Mut zu: die Strecke soll schöner und kürzer als die E5 Variante sein. Wir sind gespannt.

Motiviert laufen wir durch die wunderschöne Passerschlucht. Viele Menschen trifft man hier wirklich nicht. Verwunderlich, denn der Weg ist überdurchschnittlich gut ausgebaut und mit modernen Brücken versehen.

Diesen Umstand genießen wir aber wirklich sehr. Die Kilometer scheinen nur so an uns vorbei zu fliegen und schon wenige Stunden nach unserem Aufbruch liegen wir weit vor unserer Zeitplanung. Vielleicht wird ja doch noch etwas aus unserem abendlichen Spaziergang durch Meran?

Die Landschaft wechselt nach und nach und wir verlassen die relativ einsame Passerschlucht und treffen nun immer häufiger auf besiedelte Gebiete. Bei St. Leonard in Passeier macht der Fluss einen Schlenker und führt von nun an gerade zu nach Meran. Wir passieren einige riesige Apfel- und Weinplantagen und wunderschöne Häusern im italienischen Stil.

Der Weg ist nun größtenteils asphaltiert und als Radweg freigegeben. Duzende Radfahrer sausen also an uns vorbei, fordern klingelnd ihr Wegerecht ein oder schauen uns verwirrt hinterher. Zugegebenermaßen kann ich das nachvollziehen: mit unseren abgetragenen Wanderklamotten und vollgestopften Rucksäcken geben wir hier inmitten der gut gekleideten “La dolce Vita” Touristen bestimmt ein witziges Bild ab. Tja, uns stört es nicht..

Auf den letzten Kilometern nach Meran feuern uns praktische kleine Holzpfeiler am Wegesrand an, welche in regelmäßigen Abständen die Entfernung bis nach Meran anzeigen. 12km, 11km, 10km … Komisch, dass sich diese letzten Kilometer immer so in die Länge ziehen müssen. Inzwischen merken wir alle unsere Füße überdeutlich, der harte Untergrund und die monotonen zügigen Bewegungen heute sind nicht wirklich das Beste für unsere eh schon angeschlagenen Füße.

Endlich in Meran angekommen müssen wir erstmal ein Bild am letzten Kilometeranzeiger schießen. 0km. Das Ziel unserer Alpenüberquerung, Meran!

Naja, fast zumindest. Was wir leider nicht bedacht haben, ist die Tatsache, dass wir zwar nun ganz objektiv gesehen in Meran angekommen sind, aber leider eben noch am Ortseingang stehen.

Die nächste halbe Stunde verbringen wir also damit weitere 3 Kilometer entlang des Passers durch hübsche Parks bis ins Stadtinnere und zu unserem Hostel zu wandern. Dort empfängt uns eine freundliche Dame, welche für uns vier erschöpfte Wanderer sogar ihre Pause 20 Minuten eher beendet. Denn, wer hätte es gedacht, es ist erst 15:40 und das Check-in eigentlich noch nicht geöffnet (heute morgen hatten wir noch überlegt ob wir das Spät-Check-in nutzen müssen 😀 )!

Erschöpft von den letzten Tagen fallen wir in unsere Hostelbetten und … naja … schlafen ein. Später am Abend erinnern wir uns an unser Vorhaben bezüglich des Spaziergangs durch Meran, und genießen bei einem echten italienischen Eis die Stadt in der Abenddämmerung.

Die 10. Etappe der Alpenüberquerung in Bildern

Daten zur 10. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
29 Kilometer6,5 Stundenaufwärts: 184m
abwärts: 897m
sehr lange aber leichte Etappe, zügiges Vorankommenanfangs breiter Fußgängerweg, später asphaltierte Radwege

Die Routenbeschreibung zum Nachwandern

Wir lassen den E5 wieder hinter uns und folgen heute dem Weg entlang des Passers nach Meran. Vor dem Café Maria stehend wählt man die Hauptstraße, welche man nur wenige Meter später, der Beschilderung Richtung Passerschlucht folgend, verlässt. Der Weg ist als Spazierweg für Jung und Alt ausgebaut und zahlreiche Brücken führen den Wanderer in einiger Höhe immer wieder über den Passer. Die Nähe zur Zivilisation ist hier überdeutlich spürbar, der Kontrast du zu letzten Tagen der Alpenüberquerung ist einfach extrem. In St. Leonard in Passeier macht der Passer einen Knick, nun in südlicher Richtung verlaufend. Von hier aus folgt man dem Wasserweg, ein Radweg, welcher immer entlang des Passers bis nach Meran führt.

Übernachtungsmöglichkeiten

Jugendherberge Meran (hier haben wir übernachtet)

Carduccistraße 77, 39012 Meran  Tel. 0039 (0)473 201 475  Mail: meran@jugendherberge.it

Preise: 27,20€ p.P

Airbnb

Keine Lust auf Hostel oder teures Hotel? Bei Airbnb findest du in Meran zahlreiche kostengünstige private Unterkünfte.

Interessiert? Hier haben wir einen 25€ Airbnb Gutschein, für alle die sich über diesen Link neu anmelden.

Was gibts zu sehen in Meran?

Die Therme von Meran

Wie wär’s damit nach dem Wandern die Beine hochzulegen? Da bietet sich die berühmte Meraner Therme doch geradezu an.

Öffnungszeiten: Mo-So: 9-22 Uhr

Preise: 2 Stunden 13,00€ 3 Stunden 14,00€ Tageskarte 19,00€ (nur Therme ohne Sauna)

Botanische Gärten (Gärten von Schloss Trauttmansdorff)

Öffnungszeiten: 9-19 Uhr

Preise: 13€ p.P

Altstadt von Meran

Du möchtest lieber kein Geld ausgeben? Da geht es dir wie uns! Erkunde doch einfach Merans Altstadt sie ist wunderschön.

3D Ansicht der Strecke von Zwieselstein nach Meran

Alpenüberquerung Sölden / Zweiselstein nach Meran Karte

Zwieselstein: rote Stecknadel

In diesem Artikel findest du alle Infos zur Planung deiner Alpenüberquerung. Schau mal rein!

Titelbild Alpenüberquerung auf dem L1
Zu Fuß über die Alpen – Eine Alpenüberquerung auf dem L1

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