Mit dem Kanu über die Mecklenburgische Seenplatte

Riesige Seen, weite Landschaft und dazwischen nur wir in unserem Kanu. Wir fühlen uns fern von jeglicher Zivilisation, weit weg von unserem Alltag und noch viel weiter weg von unserem Zuhause. So viel weiter weg als wir es tatsächlich sind: anderthalb Stunden Autofahrt. Wo wir sind: Im Herzen der wunderschönen Mecklenburgischen Seenplatte. Eine Woche durften wir für das „Campingland Mecklenburg-Vorpommern“ diese magische Gegend mit dem Kanu erkunden.

Wie die recht unbekannte Gegend zwischen Müritz und Neubrandenburg uns mit ihrem Charme überschüttet hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Seid gespannt!

Stürmischer Einstieg in unsere Camping – Kanutour

Ob der erste Tag uns etwas auf die Probe stellen wollte? Wissen wir nicht. Fakt ist allerdings: Schon unsere Anfahrt sollte uns lehren, dass die Uhren im Land der tausend Seen manchmal doch etwas anders ticken.

Wir sitzen im Auto, die Taschen sind gepackt, und unser Smartphone navigiert uns zum Treffpunkt am NaturCamping „ Hexenwäldchen“, dem Endziel unserer sieben tägigen Kanutour. Hier werden wir unser Auto parken und mit dem Kanu anschließend vom Platzinhaber zum Startpunkt unserer Tour, an die Müritz, gefahren. Vorbei geht es an unzähligen Stoppelfeldern, unser Ziel rückt immer näher.

Wir auf einem Steg in der Mecklenburgischen Seenplatte

Während wir gerade über eine große Kreuzung mitten im Ort fahren verkündet die Navi-App in der gewohnten zuversichtlichen Stimme dann: Sie haben ihr Ziel „NaturCamping Hexenwäldchen erreicht“. Das kann ja nicht stimmen, denken wir sofort! Das Camping liegt an einem See! Das haben wir, als internetabhängige Generation jetzt davon. Ohne mobiles Netz sind wir planlos! Ein älterer Herr mit seiner Karte hilft uns später nur mäßig weiter: Das Fazit der Unterhaltung: Hier sind wir definitiv falsch. Mit zwanzig Minuten Verspätung erreichen wir schließlich doch noch das Hexenwäldchen. Lehre des Tages: So ein Smartphone ist nur nützlich, wenn das dafür benötigte Netz auch vorhanden ist, und eben dieses ist rar gesät im Herzen Mecklenburgs.

Nach einem leckeren Begrüßungskaffee geht alles ganz schnell: Das Kanu liegt schon vorbereitet auf dem Anhänger. Wir sammeln Paddel, Schwimmweste und wasserdichte Tonnen ein und finden uns im Auto des Campingplatzes wieder. Auf zur Müritz! Eine normale Anfahrt ist allerdings Fehlanzeige: Ein monsunartiger Regenschwall ergießt sich urplötzlich über uns. Doch wir haben Glück: Als wir ankommen ist vom Regen nichts mehr zu sehen.

Kanu an Müritz

Beim Campingplatz am Bolter-Kanal checken wir ein und bekommen einen tollen Campingplatz am Wasser zugewiesen. Super schön ist es hier! Als sich unser netter Fahrer verabschieden möchte, fällt uns auf, dass die wasserdichten Tonnen wohl am Hexenwäldchen geblieben sind. Nun ja, dann müssen wir eben ohne losziehen. Ein paar Packsäcke haben wir ja, das wird reichen! Uwe hat etwas Mitleid mit uns und gibt uns zum Abschied noch schnell einen Schwamm mit den Worten: „Wenn ihr schon keine Tonnen habt“. Wir müssen schmunzeln und machen uns an das Aufbauen unseres Zeltes. Gerade noch rechtzeitig bevor ein herrliches Sommergewitter mit reichlich Regen über uns zieht.

Wir verkriechen uns in unserem Zelt und genießen das Prasseln des Regens. Nur der Kocher wird dann heute doch nicht mehr ausgepackt. Wir begnügen uns mit etwas Brot und Aufstrich vom süßen Campingladen nebenan, den Micha gerade noch rechtzeitig gefunden hatte.

Der erste Tag auf dem Wasser: Von der Müritz nach Mirow

Am nächsten Morgen wachen wir bei schönstem Sonnenschein auf. Am Kiosk des Campingplatzes holen wir uns frische Brötchen und genießen unser kleines Frühstück direkt am See. Gleich fallen allerdings die Auswirkungen der derzeitigen Klimaverschiebung auf: Um zum Wasser zu gelangen müssen wir zunächst viele Meter über ausgetrockneten Seegrund laufen. In der Müritz fehlen derzeit 70 cm Wasserhöhe, und es wird weiter abgepumpt um die Havel-Wasserstraße befahrbar zu halten.

Während wir da also am Wasser, soweit das eben möglich ist, unseren morgendlichen Kaffee kochen, gleiten unsere Augen immer wieder in Richtung des trockenen Seegrunds. Betroffen von den Tatsachen die so nah vor uns liegen, und vor denen die Welt und wir, dennoch die Augen verschließen.  Unsere Gedanken driften ab. Hoffen wir einfach, dass wir, zumindest das für uns Mögliche tun werden, um die unendliche Schönheit unseres Planeten zu bewahren.

Wir verteilen unser Hab und Gut auf die zwei Packsäcke die wir dabeihaben. Natürlich passt nicht alles rein, war ja klar. Der Rest in eine große blaue Ikea-Tüte, die hält auch ein wenig Wasser ab. Ein wirkliches Allzweck-Wunder, diese Dinger.

Dann geht es los. Die Müritz ist zum Glück sehr ruhig, die kann für Kanuten wie uns, nämlich auch sehr schnell ungemütlich werden. Wenig später biegen wir schon in den Bolter-Kanal ab, ab hier kommen wir zügig voran.

Schöne Kanäle auf der Mecklenburgischen Seenplatte beim Kanufahren

Im Kanal ist das Wasser unglaublich klar. Unzählige Fische schwimmen um unser Kanu herum, alle paar Sekunden zeigen wir dem anderen mit begeistertem Gesicht etwas Neues, dass wir entdecken. Dabei fällt uns das Kanufahren gar nicht so leicht. Das Thermometer zeigt weit über 30 Grad, und das macht uns ganz schön zu schaffen. Erstaunlicherweise treffen wir auf den ersten Kilometern kaum auf andere Kanuten. Liegt es an der Nachsaison oder doch eher an der Tatsache, dass vor uns eine längere Umtragestelle liegt? Wir hoffen auf ersteres. Unsere Wasserwanderkarte warnt uns mit einem netten Kommentar vor: „Schwerer Karren vorhanden“, steht da. Aha, da können wir ja gespannt sein. „Schwer” ist ja bekanntlich sehr subjektiv.

Wenig später sind wir schon an der besagten Umtragestelle. Der Bolter-Kanal ist an dieser Stelle zugeschüttet, musste einer Landstraße weichen. Einen Lore können wir bisher nirgendwo sehen. Diese finden wir auf der anderen Straßenseite schön geparkt unten am Ufer. Der erste Blick lässt Schlimmes erwarten. Na dann, denken wir uns, bringen wir dieses Manöver lieber hinter uns.

Die Erwartung bestätigt sich direkt. Mit vollem Körpereinsatz beiderseits schaffen wir es gerade so, sie hoch zur Straße und bis zu unserem Kanu zu manövrieren. All dies ohne Beladung wohlgemerkt! Als wir unser Kanu aufgeladen haben, bewegt sich die alte Rost-Möhre keinen Zentimeter mehr. Oh je, Micha wirft mir einen ersten, genervten Blick zu. Es wird Ernst :D. Wir probieren mehrere Positionen aus (von wo lässt sich unser Kraft optimal umsetzen?), zählen von drei herunter und in einem Anflug von Superhelden-Muskelkraft schieben wir die Lore samt unserem Kanu im Lauftempo den Hang hinauf. Jetzt bloß nicht stehen bleiben!

Drüben angekommen, klatschen wir erleichtert ein und setzen unsere Tour fort.

Für alle, die den Superhelden nicht in sich sehen, gibt es auch die Möglichkeit über den stärker befahrenen Müritzkanal zu fahren. Da kann man nämlich gemütlich in eine Schleuse fahren um die 1,80 Meter Hub zu überwinden. Oder man hat eben ein leichtes Kajak. Dann ist das Umtragen sowieso ein Leichtes. Generell ist das ja sehr zu empfehlen, nicht nur bezüglich des Gewichtes. Da kommen wir mit unserem schweren Aluminium-Kanadier aber einfach nicht hinterher ;D.

Erschöpft aber überglücklich kommen wir am frühen Abend am Steg der Jugendherberge in Mirow an, wo wir von einer quirligen Menge Schulkinder in Empfang genommen werden. Hinter der Herberge haben wir eine die Auswahl unzähliger Plätze. Jetzt in der Nebensaison sind wir tatsächlich fast die einzigen Wasserwanderer hier.

Sprung in den Mirower See

Kochen ist momentan aufgrund der anhaltenden Hitzewelle nicht gestattet, dafür genießen wir das Jugendherbergen-Essen umso mehr. Als wir an der langen Buffet-Tafel vorbeilaufen fragen wir uns, ob das Ferienlager-Essen zu unserer Schulzeit auch schon so toll aussah? Etwas entkräftet vom Tag lassen wir uns auf einen Platz etwas abseits der Schulklassen fallen, genießen das Essen und den Abend, und denken darüber nach, welch ein Glück wir haben, in diesem Moment genau an diesem Ort sein zu dürfen. Lange sitzen wir da, Gedanken versunken, und sehen der Sonne beim Untergehen zu. Dann holt uns ein Donnergrollen in das Hier und Jetzt zurück. Wenig später, ergießt ich das zweite Mal auf unserer Kanu-Reise ein Platzregen über uns, und wir entscheiden uns, lieber noch ein wenig in der Jugendherberge zu warten. Später am Abend legt sich der Regen und wir kehren müde und froh in unser Zelt zurück.

Kanutour Tag 2: Von Mirow zum Gobenowsee

Kurz vor Sonnenaufgang klingelt der Wecker. Vollkommen perplex öffnen wir die Augen und stellen den Wecker aus. Dann werfen wir einen Blick aus dem Zelt. Noch alles dunkel draußen, wir können noch kurz liegen bleiben. Einige, viel zu viele Minuten später schrecke ich wieder hoch. Hey, wir wollten doch die Ruhe vor dem Sturm nutzen und den Sonnenaufgang fotografieren! Schnell sammeln wir unsere Kameras, Akkus und Stative zusammen und rennen hinunter zum Steg. Gerade rechtzeitig, denn die Sonne steigt gerade als orange glühender Ball über die gegenüberliegenden Hügel auf. Wow, in welch wunderschöner Welt wir leben. Viel zu lange haben wir zwischen Prüfungsstress und Businessplan die Schönheit unserer Erde nicht mehr so wertgeschätzt wie wir es nun tun. So sitzen wir da, am Steg, genießen die Ruhe, fotografieren und sind glücklich. Glücklich einfach das Leben leben zu können, welches wir lieben und diesen magischen Moment zu erleben.

Sonnenaufgang am Mirower See in Mecklenburg

Nach einem grandiosen Frühstück brechen wir auf, und paddeln hinüber nach Mirow, um ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage einzukaufen. Im Packstress haben wir nämlich nur das Nötigste mitgenommen, und das ist inzwischen fast aufgebraucht. Den Rest des Tages paddeln wir. Süße Kanäle wechseln sich mit kleinen, oder auch größeren Seen ab. Der Wind nimmt stetig zu, wodurch die größeren Seen nun unser Fitness-Level bis in die Tiefe testen. Mit dem Kanadier sind wir super windanfällig. Bloß nicht aufhören zu paddeln! Der Wind drückt so stark gegen uns: Ein Augenzwinkern später, und wir wären wieder am Ausgangsort angekommen.

Learning des Tages: Der Wind kommt immer aus der falschen Richtung.

Heiß ist es heute dabei auch wieder. Sogar so heiß, dass ich nicht mehr anders kann als über Board des Kanadiers zu springen. Meine Angst nicht mehr an Board zu kommen bestätigt sich dabei zum Glück nicht. Das wäre auch ein mittelgroßes Desaster geworden, so mitten auf diesem riesigen See, dessen Namen wir schon wieder vergessen haben.

Glücklich und erschöpft kommen wir am späteren Nachmittag am Campingplatz am Gobenowsee an. Aus uns unklaren Gründen tummeln sich hier andere Wasserwanderer nur so, während es die letzten Tage doch so ruhig war. Uns gefällt die Stimmung die hier herrscht, es ist schön unter Gleichgesinnten zu sein. Uns hat die Müdigkeit, dennoch recht schnell im Griff. Nach einer leckeren, und recht großen Portion Pasta krabbeln wir glücklich in unsere Schlafsäcke.

Sonnenaufgang am Campingplatz am Gobenowsee

Kanutour Tag 3: Vom Gobenowsee zum Großen Pälitzsee

Unser großes Ziel heute: Mal nicht erst kurz vor Mittag den Campingplatz verlassen. Dieses Ziel scheint uns allerdings tatsächlich an den Rande unserer Organisationskünste zu führen. Wird ja richtig stressig!

Letztendlich verlassen wir den Campingplatz zumindest nicht als letztes. Wenn wir nicht dazusagen, dass wir als Erste aufgestanden sind, klingt das gar nicht mal so schlecht.

Ohne die drückende Mittagshitze im Nacken kommen wir diesmal viel schneller voran als erwartet. „Sind wir nicht eben erst losgepaddelt?“, denken wir uns, als wir unsere erste Schleuse auf dieser kleinen Reise erreichen. Wir sind etwas aufgeregt. Wie ging das nochmal mit dem Schleusen? Wir wollen uns ja nicht gleich als Anfänger entpuppen. Als wir näher kommen, liegen links von uns schon zahlreiche Motorbote, und ganz vorne liegt ein Faltboot, von welchem aus sich ein älteres Ehepaar am Warte-Anleger festhält. Die sehen erfahren aus, lass uns mal bis nach da vorne paddeln! Irgendwie fühlen wir uns komisch, während wir an all den wartenden Motorbooten vorbeiziehen.

Schleusen auf der Kanutour durch die Mecklenburgische Seenplatte

Nach einigem Warten, öffnet sich die Schleuse, und der Wärter winkt uns direkt nach dem ersten Motorboot hinein. Bis ganz vorne sollen wir durchrutschen, gibt er uns immer wieder zu verstehen. Es wird voll in er Schleuse. Sehr voll. Am Ende findet sich innen kaum noch ein freier Quadratmeter Wasser. Dann wird das Wasser abgelassen, und wir rutschen an den gelben Haltestangen, immer weiter nach unten, bis sie glitschig und grün werden, weil hier sonst das Wasser steht. Als sich die Schleusentore wieder öffnen, staunen wir wie schnell das doch ging. Dann beeilen wir uns aus der engen Schleuse zu kommen, bevor uns die Bugwellen der Motorboote erreichen.

So langsam breitet sich nun auch wieder die Mittagshitze über den Mecklenburger Seen aus, und wir sind froh dass wir den Großen Pälitzsee schon erreicht haben. Den eingezeichneten Campingplatz hier zu finden, stellt sich aber als deutlich komplizierter heraus, als erwartet. Der See scheint aus einer anderen Welt zu sein. Kanada vielleicht? Oder Alaska? Wir sehen keine Menschen, keine Zivilisation, nichts. Ohne die Hilfe zweier Kanuten, welche schließlich doch unseren Weg kreuzen hätten wir den Campingplatz am Großen Pälitzsee wahrscheinlich nie gefunden.

Glücklich über unsere frühe Ankunft, lassen wir uns schließlich auf die Wasserwanderer-Wiese fallen und genießen glücklich den Schatten der Bäume. Den Rest des Tages verbringen wir damit, zu baden oder vor unserem Zelt auf dem Rücken liegend die Wolken beim Ziehen zu beobachten. Heute merken wir zum ersten Mal, wie der Stress der letzten Wochen nun endlich, mit jedem Tag den wir weiter paddeln, von uns fällt. Ein echter Stresskiller, solch eine Kanutour.

Entspannen in der Natur am Campingplatz in Mecklenburgischer Seenplatte

Kanutour Tag 4: Vom Großen Pälitzsee zum Drewensee

An unseren Fähigkeiten zum organisierten, morgendlichen Abreisen möchten wir gerne weiter trainieren, deshalb stehen wir auch an diesem Morgen wieder mit der Sonne auf. Diesen Spoiler muss ich aber vorausnehmen: Wären unsere britischen Zeltnachbarn nicht so geduldig mit uns gewesen, wären wir dennoch wieder die letzten auf dem Campingplatz gewesen. Während wir nämlich, die einzige Einsetzstelle mit unserem XXL-Kanadier blockierten, haben uns unsere Zeltnachbarn mit etwas Abstand amüsiert beim Packen beobachtet, und es wohl für besser erachtet, uns bei diesem Prozess lieber nicht zu stören. Denkzettel an uns: Außenwirkung müssen wir auch noch üben.

Kanu Packen am See Mecklenburgische Seenplatte

Unser heutiges Tagesziel der Drewensee liegt diesmal nur wenige Kilometer entfernt. Eine Tatsache, welche uns gar nicht so traurig stimmt. Die letzten Tage haben wir viel Zeit auf dem Wasser verbracht. Das war bei der derzeitigen Hitzewelle mit Temperaturen um die 35 Grad oft ermüdend. Heute freuen wir uns auf einen schönen Abend, möchten den Tag so gut wie möglich nutzen und auf dem Campingplatz nochmal viele Fotos für den Campingverband schießen.

Für die heutige Strecke haben wir uns eine eigene kleine Challenge gesetzt. Etwas, dass wir auch auf dem Te Araroa schon oft gemacht haben, wenn uns zwischen Natur und monotoner Bewegung die Aufregung der ersten Tage verloren gegangen war. Heute möchten wir die 15 Kilometer in unter drei Stunden schaffen. Schlag für Schlag ziehen wir so nun über die großen Seen. Es tut gut, unsere Muskeln bis an ihre Leistungsgrenze zu bringen.

Gegen 13 Uhr legen wir am Steg des Campingplatzes am Drewensee an. Unsere Challenge hätten wir fast ganz souverän gehalten, wäre da nicht dieser süße Fischer am Uferrand gewesen. Sein Geruch hat uns magisch angezogen. Wir konnten nicht anders, als dort eine Pause einzulegen. Allgemein haben wir diesen Tag so genossen. Was für ein Spaß das gemacht hat, gemeinsam durch diese wunderschöne Landschaft zu gleiten. So geräuschlos, als reiner Beobachter dieser kleinen Welt. Immer wieder legen wir unsere Paddel kurz hin, zeigen dem anderen eine kleine Besonderheit die uns um uns herum aufgefallen ist. Fische, Reiher, ein kleines Schwedenhaus inmitten von nichts. So viel hier, inmitten von so viel nichts.

Noch ist kein anderer Wasserwanderer hier am Campingplatz, und die Rezeption hat bis 15 Uhr Mittagspause. Wir suchen uns einen schönen Platz im Schatten, und lesen bis in den Abend hinein. Wann wir das letzte Mal so viel gelesen haben, frage wir uns. Ehrlich, wir wissen es nicht. Aber was wir wissen ist: Es tut verdammt gut.

Camping am Wasser auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Kanutour Tag 5: Vom Drewensee zum Kleinen Labussee

Der September ist mit dem heutigen Tag angebrochen, und lässt uns das kräftig spüren. Die Hitzewelle der letzten Tage hat sich übernacht in eine frische Briese verwandelt. Eine nette Abwechslung zu den letzten Tagen denken wir erst, bis wir merken, dass Wind dieser Stärke beim Kanufahren doch nicht so optimal ist. Zum ersten Mal seit Tagen tragen wir Pullover. Fühlt sich ganz ungewohnt an. Schon wünschen wir uns das schöne Wetter zurück.

Bei Gegenwind und reichlich Wellengang legen wir heute keine Pause ein und erreichen den Kleinen Labussee gegen Mittag. Dort angekommen, wissen wir gar nichts so recht mit uns anzufangen. In die Sonne legen? Fehlanzeige. Baden gehen? Ebenso. Der Wind peitscht, unser Zelt müssen wir heute zum ersten Mal richtig abspannen. Was macht man denn dann so? Wir erkunden die Gegend, dann kochen wir lecker. Das heiße Wetter vermissen wir schon jetzt.

Zelt aufbauen am Campingplatz am See der Mecklenburger Seenplatte

Kanutour Tag 6: Vom kleinen Labussee zum Hexenwäldchen

Die letzte Etappe liegt vor uns. Früh brechen wir auf, zu letzten Schleuse auf unserer Tour, ab da an folgen wir der oberen Havel-Wasserstraße, dem wohl schönsten Abschnitt auf unserer Kanutour.

Ein unaufregender Ausklang unserer Kanutour scheint aber Fehlanzeige. Kaum unterwegs, gibt es Unstimmigkeiten wo die Schleuse zu finden ist. Der See ist verdammt riesig, und von einem Hinweisschild weit und breit nichts zu sehen. Die gute Nachricht: wir haben die Schleuse dennoch gefunden. Die Schlechte: die Schleuse ist geschlossen und wir müssen mittels Lore umtragen. Soweit so gut. Alles kein Problem, denken wir. Dann macht uns der niedrige Wasserstand einen Strich durch die Rechnung: Unser Boot kann nicht auf die Lore aufschwimmen, es fehlen knapp 40 cm Wasser. Und nun? Mit etwas Kreativität bekommen wir unseren Aluminium-Kanadier auf die Lore. Ab nun läuft alles wie nach Plan. Ausnahmsweise mal.

Wir passieren die engen, unberührten Wasserwege der oberen Havel und genießen die Ruhe die hier herrscht. Motorboote sind hier nicht erlaubt. Nachdem wir den dritten FKK-Campingplatz in Folge passiert haben, sind wir endgültig überzeugt: Hier ist die Zeit stehengeblieben.

 

Zelten am Wasser auf Kanutour in Mecklenburg

Als wir schon fast glauben, am Campingplatz Hexenwäldchen vorbeigepaddelt zu sein, gabelt sich der Kanal. Ein Schild weißt uns an, nun rechts abzubiegen. „800m bis zum Campingplatz“, steht da. Na dann mal los, denken wir uns und schwingen motiviert die Paddel. Wir kommen keine 10 Meter weit. Knirschend bremst das Kanu über Sandboden. Wir stecken fest. Entgeistert gucken wir uns an. Und hier sollen wir richtig sein? Auch die Karte lässt keine Zweifel offen, und so schieben wir unser Kanu genügsam bis an das Ende des Kanals. Das Wasser ist hier nur knöcheltief. Am Ende des Kanals angekommen öffnet sich dieser in einen kleinen See. Dort liegt auch der NaturCampingplatz zum Hexenwäldchen. Wir haben unser Ziel erreicht! Was für eine Tour!

Zelten mit Kanu am See

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