Wie der Honda zum Minicamper wurde

Na Lust auf einen Roadtrip? Frage ich Micha. “Ja, schon”, kommt zurück, “aber mit unserem kleinen Auto wird das wohl nichts … “

Geht wohl. Sagen wir jetzt. Hier erfährst du wie wir unseren Honda Civic ganz einfach zu einem süßen Minicamper umfunktioniert haben.

 

Minicamper Honda Civic Camping auf Rügen

Camping & Kitesurfen auf Rügen. Kurze Pause bevor es wieder auf’s Wasser geht.

Querdenken und Verrückte Ideen.

Sommer 2018. Micha und ich sind frisch zurück aus Neuseeland und nach Rostock gezogen. Es ist Sommer und das nicht nur ein bisschen. Der Sommer 2018 bedeutet vor allem eines: Sonnenbrand und kurze Hose.

Nur fehlt uns einfach die Freiheit, welche wir mit unserem Camper in Neuseeland genossen haben. Einfach ins Auto steigen. Hinfahren wohin die Straßen führen. Parkplatz finden. Den Sonnenuntergang genießen.

In unserem kleinen Zimmer, welches wir zur Untermiete gefunden haben fühlen wir uns eingesperrt und wissen nicht wohin mit uns. Ein größeres Auto zu kaufen kommt finanziell nicht in Frage. Wir sind froh, dass wir Michas kleinen Honda haben.

Die Entscheidung fällt. Wenn wir vollkommen unabhängig unterwegs sein möchten, gibt es nur diese Option.

Der Honda muss als Schlafplatz dienen.

Begeistert erzählen wir unseren Freunden von der Idee, und ernten skeptische Blicke. Nun, wenn ich einen kurzen Blick aus dem Fester auf den Honda Civic werfe, muss ich selbst schmutzeln. Wie soll Micha jemals ausgestreckt in diesem Auto liegen können?

Die nächsten Tage verbringen wir entweder auf Ebay – Kleinanzeigen oder im Baumarkt. Unsere To – Do List wird immer länger:

  • Dachträger
  • Vorhänge
  • Matratzen
  • Mückennetze
Bloggen im Minicamper auf Rügen.

Erste Testfahrt mit dem Minicamper. Die Dachbox ist noch nicht installiert und hinter Miri liegt ein riesiger Haufen Kitesurfequipment.

Viel Platz in kleinem Fahrzeug?

Der grobe Plan steht. Nur das Wichtigste ist bisher nicht geklärt: Im Honda brauchen wir eine Liegefläche von mindestens 1,80 mal 1,20. Die hat das Auto aber natürlich nicht. Schwierig ist das auch deshalb, weil aufgrund des Fahrer- & Beifahrersitzes es grundsätzlich nicht möglich ist solch eine große Liegefläche zu basteln. Wir sind etwas ratlos und finden im Netz leider auch überhaupt keine Inspirationen. Klar, wer will auch aus seinem Kleinwagen einen Minicamper machen?

Die nächsten Tage probieren und basteln weiter. Die Breite ist überhaupt kein Problem, das ist sogar deutlich mehr als wir in unserem Camper in Neuseeland hatten. Aber die Länge… Wenn wir zum Schlafen die vorderen Sitze komplett nach vorne schieben und leicht nach vorne anklappen, dann haben wir zwar genügend Platz, aber wie soll hier eine plane Fläche entstehen?

Die Liegefläche entsteht.

Zunächst einmal geht es an das Ausmessen des Hondas. Irgendwie muss der, durch das vorschieben der Vordersitze, gewonnene Platz so genutzt werden, so dass wir nachts eine ausreichend große Liegefäche haben, welche zum Fahren des Autos einfach und schnell rückbaubar ist.

Letztlich entscheiden wir uns für eine Sperrholzplatte, welche wir so zuschneiden, dass sie ohne weitere Halterung über der Lücke klemmt. Wer hätte gedacht, dass es so einfach sein würde.

Der Traum vom komfortablen Liegen im Honda ist wahr geworden.

Minicamper Ausbau Honda

Letztendlich war es so einfach. Die zugeschnittene Sperrholzplatte wird nachts einfach zwischen den umgeklappten Rücksitzen und den vorderen Sitzen festgeklemmt. Zum Fahren kann sie ganz einfach ein Stück zurückgeschoben werden.

 

Die nächsten Tage geht alles super schnell. Wir kaufen im Ikea zwei Matratzen welche wir auf dem Parkplatz vor dem Haus immer wieder anpassen und zuschneiden, bis sie optimal, mit allen Ecken und Kanten in das Auto passen.

Aus zwei Jömna Matratzen von Ikea schneiden wir die Polsterung der Liegefläche zurecht.

 

Eigentlich sind wir nun startklar. Der Rest ist nur noch komfortabler Schick Schnack. Auf welchen wir aber natürlich nicht verzichten möchten :).

Aufs Dach mit dem Gepäck!

Kurztrip nach Hvide Sande mit dem Minicamper

Ende des Jahres sind wir mit dem Minicamper nach Hvide Sande zum Surfen gefahren. Die Dachbox ist nun endlich drauf.

 

Aufgrund dessen wir die Sitze nicht ausmontieren wollten, haben wir wenig Stauraum. Das soll durch eine Dachbox kompensiert werden. Passende Dachträger für den Honda Civic zu finden stellt sich aber als deutlich schwieriger heraus als zunächst erwartet. Für jedes Baujahr gibt es spezielle Systeme. Nach ewigem Gesuche finden wir auf Ebay Kleinanzeigen ein paar Träger, welche auf einem Honda wie unserem montiert sind. Erleichtert kontaktieren wir den Verkäufer, und schon zwei Tage später liegen die beiden Schmuckstücke vor uns.

Ungestörtes Schlafen. Der Sichtschutz.

Dann geht es an die Vorhänge. Mir schwant einige Arbeit. Nur dunkel kann ich mich daran erinnern, meiner Oma als Kind mal beim Nähen mit der Nähmaschine geholfen zu haben. Dieses Wissen muss nun irgendwie reaktiviert werden. Bei Ikea finden wir eine riesige Auswahl an tollen Stoffen.

Von unserer WG -Partnerin leihe ich mir hochmotiviert die Nähmaschine, und muss feststellen, dass ich deren Bedienung wohl einfacher in Erinnerung hatte als diese ist. Schon vom Einbau des Fadens habe ich keinen blassen Schimmer und verstehe auch die YouTube Tutorials nicht, welche mit mir fremden Fachbegriffen um sich werfen.

Erst nach und nach, und mit viel Geduld verstehe ich, wie ich die Fäden spannen und die Knöpfe bedienen muss. Für lange Versuche & Probestücke habe ich in diesem Moment weder die Zeit noch die Geduld. An unserem ersten Paar Vorhänge, wird man dies auch später noch recht gut erkennen. Uns soll das aber erst einmal nicht weiter stören. Immerhin erfüllen sie ihren Zweck.

Schon sind wir mit unserem kleinen Ausbau fast fertig und wir planen ein paar Nächte nach Rügen zum Kitesurfen zu fahren.

Bis dahin statten wir dem Baumarkt aber noch einige Besuche ab. Neben zwei Campingstühlen sind wir nun auch stolzer Besitzer eines kleinen Wechselrichters* und eines Mückennetzes* fürs Auto. Beides Schätze, ohne die wir nicht mehr losfahren würden.

Der Minicamper auf „Probefahrt“

 

Camperlife im Minicamper

Rainy days are surfing days? Auf unserem Kurztrip nach Hvide Sande regnete es fast ununterbrochen.

 

Mit dem Minicaper in Hvide Sande Dänemark Frühstück

Frühstück bei Sonne nach einer regnerischen Nacht in Hvide Sande.

 

Zum Testen fahren wir mit unserem fertig ausgebauten Honda Civic alias Minicamper für ein paar Tage nach Rügen… dann aufs Pangea Festival … und sogar im späten Herbst noch einmal zum Surfen nach Dänemark. Von unserer kleinen ersten “Probefahrt” haben wir gar nicht genug bekommen können. In diesem Sinne: Lieber Sommer, wir warten nur auf dich!

Du möchtest deinen Kleinwagen auch als Minicamper nutzen und hast Fragen zur Umsetzung des Projektes? Lass uns einen Kommentar hier, wir freuen uns auf dich!

 

Roadtrip Frankreich Stellplätze
Roadtrip durch Spanien & Frankreich – Unsere 14 Tage Route

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