WWOOFing in Neuseeland – Tipps und Erfahrungsberichte

Wenn Miri und ich über Neuseeland erzählen, werden wir oft gefragt wie es möglich ist, so kostengünstig zu reisen. Die Antworten sind natürlich vielfältig, von kostenlosen Campingplätzen, über Couchsurfing, ist alles dabei. Mittendrin fällt natürlich immer der Begriff ,,WWOOFing” und immer kommt die Frage :

Was zur Hölle ist eigentlich WWOOFing?

WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farms) ist ein internationales Netzwerk, dass Menschen mit einem naturverbundenem Lebensstil die Möglichkeit bietet sich zu vernetzen. Natürlich bietet es auch die Möglichkeit einen solchen Lebensstil erstmalig kennenzulernen.
Auf dieser Plattform kann man sich als freiwilliger Helfer anmelden und hat so die Möglichkeit auf einen Aufenthalt auf einem Bio-Bauernhof oder Selbstversorgerhof. Zwischen dem WWOOFer und dem Hofbesitzer (Host) findet ein geldloser Austausch in Verbindung mit einem Gastverhältnis statt. Der WOOFer wird hierbei in den Alltag auf einem Hof integriert.

So viel zur Theorie, in der Praxis befinden sich jedoch nicht nur Biobauernhöfe etc. auf den WWOOFing Plattformen, sondern auch andere kommerzielle Anbieter. Als Beispiel, in Neuseeland kann man auch WWOOFing auf Weingütern betreiben, nur steht hier nicht mehr primär der kulturelle Austausch im Vordergrund, sondern hier ist man einfach nur eine billige Arbeitskraft. Man arbeitet harte 7-10 Stunden am Tag und bekommt dafür nur Unterkunft und Essen, was definitiv kein fairer Deal ist. Doch bevor wir weiter auf unsere Erfahrungen eingehen, möchte wir euch noch ein wenig erklären wie das ganze eigentlich abläuft.

Wie finde ich einen WWOOFing – Platz?

Zuerst sucht ihr im Internet nach der WOOFing Partnerseite des jeweiligen Landes, für Neuseeland wäre es folgende: www.wwoof.nz. Anschließend erstellst du eine Mitgliedschaft, welche dich einmalig 40 NZ$ kostet (ja,ja ich weiß Geld bezahlen um Geld zu sparen, aber glaubt mir es lohnt sich!!). Dies ermöglicht dir Zugang zu allen Angeboten im Land, inklusive Kontaktinformation und Adressen. Habt ihr das geschafft erstellt ihr euch ein Profil, mit einigen Informationen zu eurer Person, eurer Berufserfahrung (wenn vorhanden) und euren Interessen. Hier ist es auch möglich ein paar Bilder hinzuzufügen, um euer Profil persönlicher zu erstellen.
Es ist an dieser Stelle sinnvoll, das Ganze durchaus ausführlich zu gestalten, denn ihr wollt schließlich euren Traumaufenthalt!

Wen würdet ihr zu euch einladen, jemanden der zwei Sätze schreibt und nur ein Selfie in seiner Galerie hat, oder jemanden der sich und seinen Lebensweg beschreibt und anhand seiner Bilder erkennen lässt, dass er oder sie (gendern ist nicht so meins ;)) sympathisch wirkt?

Also investiert ruhig mal 20 Minuten Zeit in euer Profil und ihr werdet als Gegenleistung ein unvergessliche Zeit bekommen. Klingt doch nach einem guten Deal,oder? Wie ihr merkt ist euer Profil wie euer Bewerbungsanschreiben und auf eurer Chronik kann jeder Gastgeber, bei dem ihr gewesen seid eine Bewertung schreiben. Also versucht einen guten Eindruck zu hinterlassen! Nach einer kurzen Orientierung könnt ihr jetzt loslegen und euch euren ersten Gastgeber suchen. Ihr könnt hierbei eure gewünschte Region eingeben und nach euren Wunschaufgaben und Interessen filtern. Miri ist zum Beispiel der totale Pferdefan und somit war es für uns wichtig mit Pferden arbeiten zu können. Habt ihr nun jemanden gefunden, dann lest euch sein Profil durch und überlegt, ob es wirklich das ist was ihr wollt und ob es mit eurem Zeitraum übereinstimmt. Lest euch definitiv die Bewertungen durch, denn diese können euch vor schlechten Erfahrungen schützen! WOOFing versucht schnellstmöglich schlechte Profile mit negativen Erfahrungen zu löschen, aber leider gibt es immer wieder schwarzer Schafe. Sollte alles passen, dann schreibt ihr eine persönliche Anfrage, in der ihr auch auf die Interessen des Gastgebers eingeht und in der ihr versucht den Gastgeber von euch zu überzeugen. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass ein Standardtext, welchen ihr immer wieder kopiert und neu einfügt nichts bringen wird und der Host wird das definitiv bemerken. Ihr wollt ein Teil seines Lebens werden also bemüht euch gefälligst und seid interessiert an seinem Leben! Wenn ihr das geschafft habt, wartet ihr auf eine Antwort. Der Vorteil von www.wwoof.nz ist, dass die Gastgeber antworten müssen, da es sonst zu einer Sperre ihres Profils kommen könnte. Schon an diesem Punkt finden wir die 40 NZ$ gut angelegt. Solltet ihr jetzt eine positive Antwort bekommen haben kann es auch schon losgehen.

Gratulation ihr habt euren ersten Aufenthalt klar gemacht!

Unsere Erfahrungen mit WWOOFing in Neuseeland

Wir sind zu einer Familie gekommen, welche Kleinkinder oder Schulkinder betreut, ihnen beibringt, wie man auf einer Farm lebt: Kühe melken,  Pferde reiten etc..  Von der ersten Minute an wurden wir herzlich in die Familie integriert. Wir bekamen einen eigenen, sauberen und liebevoll eingerichteten Wohnwagen und durften im Haupthaus alles nutzen. Uns wurden die Aufgaben erklärt, welche wir die nächsten zwei Wochen erledigen sollten. 8 Uhr morgens ging es nach einem gemeinschaftlichen Frühstück damit los die Tiere zu füttern. Anschließend galt es Projekte zu verwirklichen.

Beispiele hierfür waren: das Anlegen neuer Beete, beseitigen von Unkraut etc. Außerdem wurden wir zunehmend in die Betreuung der Kinder eingebunden, weil Kevin und Jane (die WWOOFing Hosts) merkten das es uns sehr viel Spaß bereitete. Nach einigen Kaffeepausen und lieben Gesprächen mit Jane wurde 12 Uhr der Feierabend eingeläutet.

An den Nachmittagen gingen wir reiten, oder surfen mit der Tochter und wurden oft mit zu einem Markt genommen, auf dem wir Jane halfen eigene Produkte zu verkaufen. Selbst das Familienauto durften wir nutzen. Uns hat es dort so sehr gefallen, dass wir am Ende unserer Neuseelandreise noch einmal für einige Wochen vorbeigekommen sind und es in diesem Winter wieder tun werden. Es war eine grandiose Zeit und es gibt keinen Tag an dem wir unsere geliebten Freunde aus Neuseeland nicht vermissen.

Auch die anderen Gastgebern bei denen wir unterkamen, waren durchweg klasse und wir haben nie eine schlechte Erfahrung gesammelt. Miri und ich haben jedoch auch sehr viel Zeit investiert und recherchiert, damit wir nur positive Erlebnisse sammeln und keine negativen.

Ohne WWOOFing hätten wir niemals so viele Freunde aus Neuseeland kennengelernt und unsere Sprachkenntnisse hätten wir ebenfalls nicht so aufpolieren können. WOOFing hat unseren Horizont deutlich erweitert und wir wünschten, dass es mehr Menschen geben würde, welche so offen für Neues sind und ohne Vorurteile Gäste bei sich einkehren lassen.
Natürlich liegt es auch an euch, die Erfahrungen positiv werden zu lassen. Wenn ihr euch einbringt und wirklich Interesse habt, dann werdet ihr wie wir die Zeit eures Lebens haben. Versprochen!

Unser WWOOFing Fazit

Natürlich möchte wir euch nicht verschweigen, dass es auch Backpacker gab, die schlechte Erfahrungen gesammelt haben, oder die nicht richtig integriert wurden.
Wer jedoch wirklich ein paar Monate Zeit mitgebracht hat, noch dazu Lust auf einen kulturellen Austausch hat und sich beliest und bemüht, für den wird WOOFing eine perfekte Möglichkeit sein kostengünstig zu reisen und noch dazu Erfahrungen zu sammeln, die unbezahlbar sind!

Also dann viel Spaß beim ausprobieren, haut uns gerne sämtliche Fragen und Erfahrungen in die Kommentare!

Never stop exploring!

Miri und Michael

Rafting Kaituna river Neuseeland
Explorer Diaries, Part 1 – Rafting auf dem Kaituna River

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

[…] wie wir es geschafft haben einen Einblick in den Alltag der Kiwis zu bekommen, für den haben wir hier den passenden […]

Antworten
Camenzind Sandra
11. Mai 2019 21:07

Hallo zusammen

Ich plane auch eine euseelandreise und möchte auf einer Farm bei einer Familie arbeiten.

Gibt es da irgendwelche Bewilligungen die man speziell beantragen muss, um auf einer Farm arbeiten zu können (für Kost und Logie) oder kann man dass problemlos machen? Ich komme aus der Schweiz.

Gruss
Sandra

Antworten
    Explore360Degrees
    13. Mai 2019 06:46

    Guten Tag! Um in Neuseeland offiziell auf einer Farm arbeiten zu dürfen, benötigst du ein Working-Holiday-Visum. Selbst die Arbeit gegen Kost und Logie setzt dieses Visum voraus, da man für eine erbrachte Leistung eine Art Bezahlung erhält. Soweit die offizielle Antwort und so steht es auch auf der Immigrationwebsite von Neuseeland. Wir haben jedoch auch Reisende getroffen, die auch ohne Visum gegen Kost und Logie gearbeitet haben. Dabei sollte man immer bedenken, dass die Familie für die man arbeitet extrem viel Ärger bekommen kann. Natürlich nur wenn das jemand meldet oder sich beschwert.

    Bekommt man als Schweizer eigentlich ein Working-Holiday-Visum? Ich weiß von Österreich, dass es nur ein sehr kleines Kontingent gibt.

    Liebe Grüße

    Antworten

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