Die Etappen 5 & 6 der Alpenüberquerung auf dem L1: Von Garmisch nach Meran

Unser Weg zu Fuß über die Alpen –  Garmisch-Partenkirchen nach Meran.

Zehn Tage sind wir unterwegs gewesen um von Garmisch-Partenkirchen nach Meran zu wandern.  Dabei war uns eines besonders wichtig: abseits der touristischen Gegenden unterwegs zu sein. Ganz bewusst entschieden wir uns für die fast gänzlich unbekannte Alpenüberquerung auf dem L1.

Du weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine Etappen.

Du bist auf der Suche nach Etappe 3 & 4 der Alpenüberquerung? Hier geht es zu den gewünschten Etappen!

Etappe 5: Auf dem L1 von Obermieming zur Dortmunder Hütte

5:45 klingelt der Wecker. Ich drehe mich noch ein paar mal im bequemen Bett der Pension Sonnenhof um und stehe auf. Wahnsinn, was das Wandern so mit einem machen kann, zuhause würde ich niemals ohne Murren und schlechte Laune so früh aus dem Bett kommen…

Micha und ich packen schnell unsere Sachen zusammen. Unsere Gedanken drehen sich nur um das Frühstück: mit was wir wohl diesmal zu rechnen haben? Ich muss schmunzeln: Jedes mal das Gleiche. Kaum ist man ein paar Tage wandern, drehen sich die Gedanken nur noch um eines: dem Essen.

Als wir die Gaststube betreten kommt die Wirtin gerade mit frischem Brot vom Bäcker. Im Nebenraum ist ein reichliches Buffet toll angerichtet. Oh, hier könnten wir länger bleiben.

Deutlich später als geplant wandern wir los. Das Frühstück war der Wahnsinn. Das merke ich auch deutlich beim Tragen meines Rucksackes, den Hüftgurt kann ich gerade leider nicht so fest wie gewohnt anziehen. Wir haben wohl etwas über die Stränge geschlagen 😀

Von Obermieming wandern wir nun zunächst stetig bergab bis zur Inn, welche das Tal in zwei Stufen teilt. Über eine Fußgängerbrücke erreichen wir Stams, ab nun geht es die nächsten Stunden stetig bergauf.

Viele Wanderer haben diese Etappe mit seinen addierten 4000 Höhenmetern (An- und Abstieg) als besonders hart beschrieben. Mal sehen was uns heute noch so erwartet.

Deutlich entspannter als erwartet führt von Stams ein Forstweg stetig berauf bis zur Stamser Alm. Die Sonne brennt schon wieder unermüdlich auf uns wieder, und wir sind froh über jeden Schritt im Schatten.

An der Alm angekommen finden wir die Gaststube erst einmal nicht (sie versteckt sich hier einem privatem Kuhstall) und folgen dem falschen Weg. Erst einige Minuten später bemerken wir unseren Fehler. Dummerweise verläuft der richtige Pfad parallel zu diesem, jedoch einige Höhenmeter über uns (danke liebes GPS Gerät an dieser Stelle 😀 ). Wir machen kehrt, finden schließlich auch die Alm, und folgen nun dem richtigem aufwärts Weg Richtung Bährlehn-Kreuz.

Die Aussicht ist gigantisch, aber leider hat sich die Sonne inzwischen hinter einigen Wolken versteckt und hier oben weht ein eisiger Wind. Lange Pausen fallen ab hier kältebedingt leider aus.

Vom Bährlehn – Kreuz aus wandern wir nun stetig den Bergkamm berauf. Schon lange ist der Pirchkogel sichtbar, und sieht trotz der vielen schon gelaufenen Höhenmeter immer noch unendlich weit weg aus…

Später klettern wir über einige Geröllfelder, erreichen den Pirchkogel und kurz darauf den hinteren Grieskogel. Hier legen wir eine kurze Pause ein und machen unserer heutiges Tagesziel aus: unten im Tal ist Kühtai sichtbar!

Ab nun verfliegt die Zeit, und nach einem etwas steilerem Abstieg wandern wir gemütlich ins Tal hinunter. Erschöpft aber in besserem Zustand als erwartet erreichen wir die Dortmunder Hütte…

Tag 5 der Alpenüberquerung in Bildern

Daten zur 5. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
24 Kilometer8 Stundenaufwärts: 2550m
abwärts: 1450m
sehr lange Etappe, anstrengender Aufstieg mit etwas Felsenkletterei zum Ende hin, anfangs recht steiler Abstieg mit einigen SchneefeldernForststraße bis zur Stamser Alm, danach zunehmend steilerer aber gut markierter Pfad, nach dem Bährlehn-Kreuz oftmals kein erkennbarer Pfad, jed. durchgehende Markierung auf Steinen im Boden, Abstieg auf Pfaden bis Kühtai

Die “L1” Routenbeschreibung zum Nachwandern

Diese Etappe ist lang und mit fast 4000 Höhenmetern im An- und Abstieg konditionell wie auch für die Kniegelenke belastend. Hier bietet sich die Möglichkeit auf halben Weg in der Stamser Alm zu übernachten, und die Etappe aufzuteilen.

Der L1 führt praktischerweise direkt am Gasthof Sonnenhof vorbei, wie der Wegweiser nach Untermieming wenige Meter von der Haustür entfernt beweist. In Untemieming angekommen bleibt man auf der Hauptstraße und läuft weiter Richtung Süden, vorbei am Gasthof Neuwirt, aus dem Ort hinaus.

Den Wegweisern Richtung Stams folgend quert man nun einige Wiesen und steigt zur Inntal Brücke (Fußgängerbrücke) ab. Hier verläuft der Weg durch eine Unterführung unter der Inntal-Autobahn hindurch und man findet sich in einem Industriegebiet wieder. Der L1 verläuft nun nach rechts, dann wieder in südliche Richtung über Bahngleise. Die Richtung beibehaltend erreicht man recht schnell Stams, eine etwas lebhaftere Ortschaft.

Der asphaltierten Dorfstraße folgend lässt man Stams recht schnell hinter sich, und folgt einem Forstweg bergauf Richtung Stamser Alm. Trotz des konstanten Anstiegs ist der Weg leicht und zügig zu laufen, sodass man die Stamser Alm nach etwa 3:30 bis 4 Stunden erreicht. Von hier aus folgt man der Beschilderung Richtung Bärlehn Kreuz.

Mit gigantischem Ausblick geht es nun steiler Bergauf Richtung Pirchkogel, welcher sich in der Ferne schon erahnen lässt. Der Weg führt Wanderer über gelbe Weideflächen hinauf zum Bergkamm. Der Weg ist hier nicht immer sichtbar, aber weiß-rote Wegmarkierungen sind in regelmäßigen Abständen auf die Steine gezeichnet.

Nach etwa 6:30h erreicht man den Pirchkogel sowie kurz darauf den Hinteren Grieskogel. Von hier hat man eine wunderschöne 360° Sicht. Auch Kühtai mit seinen Stauseen ist schon sichtbar.

Der anfangs recht steile Abstieg quert einige Schneefelder bis man die Bahnstation des Skigebietes erreicht. Von hier aus folgt man den Markierungen über Weiden ins Tal nach Kühtai, wo sich auch die Dortmunder Hütte befindet.

Übernachtungsmöglichkeiten (in der Reihenfolge nach Entfernung vom Startpunkt)

Stamser Alm

Tel.: +43 / 660 / 410 83 74 oder +43 (0)664/126 17 77
20 Lagerplätze

Dortmunder Hütte

Tel.: +43 52 39 52 02  Mail: info@dortmunderhuette.at  Web: https://www.dortmunderhuette.at

Preise im Matrazenlager: (alle anderen Preise findest du hier!)

 DAV MitgliedNichtmitglied
ab 26 Jahren  14€24€
 zw. 19-25 Jahren 8€18€
zw. 7-18 Jahren5€15€

3D Ansicht

L1 Alpenüberquerung Obermieming zur Dortmunder Hütte

(Startpunkt: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel)

Etappe 6: Auf dem L1 von der Dortmunder Hütte zur Schweinfurter Hütte

Nach dem doch recht langen Tag gestern, entscheiden wir uns heute einen ruhigeren Tag einzulegen, unsere Füße werden es uns hoffentlich danken. Von der Dortmunder Hütte steigen wir Richtung Staumauer auf. Nicht gerade der schönste Weg, dafür aber ohne besondere Anstrengung machbar, eine schöne Abwechslung.

Der etwas monotone Anstieg mit der wuchtigen Staumauer im Blick zieht sich dann aber leider doch länger als erwartet, zugegeben, von unten erscheint die Mauer einfach deutlich kleiner.

Oben angekommen erkennt man schon die Scharte über welche wir heute in das Tal der Guben-Schweinfurter Hütte absteigen werden. Sieht ganz schön hoch aus, und weiß obendrein. In der Nacht hat es nämlich geschneit. Ein herrlicher Anblick!

Wir folgen dem Weg entlang des Stausees bis ans andere Ende. Ab hier beginnt nun der Anstieg. Kaum einige Meter gelaufen kommt uns ein Pärchen in Turnschuhen entgegen. Auf unsere Frage nach dem Zustandes des weiteren Wegs, werden wir von oben bis unten gemustert, dann meinen die beiden, dass aufgrund der Schneeverhältnisse ein GPS Gerät sehr hilfreich wäre. Naja, an GPS Geräten mangelt es uns nicht … “Im Gegensatz zu uns habt ihr doch wenigstens Wanderschuhe dabei”, meinen sie noch als sie weiterwandern.

Etwas Vorfreude aber auch Aufregung macht sich breit, wir sind gespannt was uns erwartet. Dummerweise fängt es nun auch an zu schneien und dicke Nebelwolken breiten sich aus. Zwar nicht unbedingt mein Lieblingswetter, aber die Langschaft sieht nun gleich viel eindrucksvoller aus.

Wir suchen uns unseren Weg durch die Schneefelder bis zur Finstertaler Scharte, welche wir deutlich später als erwartet erreichen. Gerne hätten wir hier oben eine Pause eingelegt, aber es ist deutlich zu kalt.

Schnell steigen wir wieder ab – die ganze Zeit die Schweinfurter Hütte im Blick.

Dort angekommen sind wir vollkommen erschöpft. Und das, obwohl gerade heute ein entspannter Tag werden sollte. 🙂

Tag 6 der Alpenüberquerung in Bildern

Daten zur 6. Etappe der Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
9,5 Kilometer4 Stundenaufwärts: 1050m
abwärts: 950m
kurze Etappe, mit etwas Felsenkletterei zum Ende des Aufstiegs, Weg markiert, jed. nach Schneefall GPS notwendig!
Abstieg relativ steil & knielastig
breiter Pfad bis an das Ende des Stausees, danach felsiger Untergrund & Schneefelder im weiteren An- & Abstieg

Die “L1” Routenbeschreibung zum Nachwandern

Von der Dortmunder Hütte aus folgt man der Straße wenige Meter aus dem Dorf hinaus, bevor man der Beschilderung Richtung Stausee folgt. Über Trampelpfade schlängelt sich der Weg über Wiesen aufwärts. Die weiß-roten Markierungen schicken die Wanderer auf kürzester Stecke aufwärts, für Kniegeschädigte bietet es sich an die Alternativstrecke entlang der Straße zu wählen, welche ohnehin immer wieder vom Weg gekreuzt wird.

An der Staumauer angekommen folgt man einem zunächst recht breiten Weg am linken Rand des Sees entlang, bis dieser links Richtung Finstertaler Scharte abbiegt. Nun geht es wieder etwas steiler bergauf, zahlreiche Schneefelder sind zu queren sodass sich Trekkingstöcke und Gamaschen (die niedrigen reichen) bezahlt machen.

Bei Schneefall kann es hier etwas schwierig sein auf dem Weg zu bleiben, ansonsten ist der Weg aber gut sichtbar durch Markierungen gekennzeichnet. Bald ist die Finstertaler Scharte erreicht. Von nun an geht es teilweise recht steil abwärts, die Schweinfurter Hütte immer im Blick.

Übernachtungsmöglichkeiten (in der Reihenfolge nach Entfernung vom Startpunkt)

Schweinfurter Hütte

Tel.:: 0043 5255 / 500 29  Mobil: 0043 664 / 92 57 659  Mail: huette@dav-schweinfurt.de

Plätze: 16 Zimmerplätze, 36 Plätze im Matratzenlager (die Preise findest du hier!)

3D Ansicht

L1 Alpenüberquerung Dortmunder Hütte zur Schweinfurter Hütte

(Startpunkt: grüne Stecknadel Ziel: rote Stecknadel)

 

Hier gehts zu den nächsten Etappen der Alpenüberquerung auf dem L1!

Kosten Alpenüberquerung L1
Was kostet eine Alpenüberquerung auf dem L1?
Bach Alpenüberquerung L1
Die Etappen 7 & 8 der Alpenüberquerung auf dem L1: Von Garmisch nach Meran

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